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0 Autor: Dennis Plauk

David Gilmour - Rattle That Lock

Rattle That Lock

David Gilmours viertes Soloalbum hat Momente, die an die Glanzzeiten von Pink Floyd Mitte der 70er erinnern. Und andere.

Zunächst hat "Rattle That Lock" allerdings ein Problem: ausgefadete Songs. Gleich dreimal passiert das auf dem Album – und immer dann, wenn Gilmours Stärken gerade zum Tragen kommen: Die sanftmütige, mehrstimmig gesungene Pianonummer "A Boat Lies Waiting" verweht ebenso im Nichts wie Gilmours per se brillante Signature-Solos in "Beauty" und dem Opener "5 A.M". War Gilmour hier unmotiviert oder übervorsichtig? Im Falle letzteren: Auf "Wish You Were Here" hat er die Hörer einst mit einem maximal epischen, sich scheinbar ewig aufbauenden Solo empfangen – wer hätte sich da von ein paar Extraminuten Gitarre am Anfang von "Rattle That Lock" abschrecken lassen? Die Frage ist natürlich: Ist diese Platte überhaupt für Pink-Floyd-Fans gemacht? Ja und nein. Wer den kristallklaren Sound, die mitreißenden Slow-Motion-Riffs und das Funk-Faible der Mitt-70er-Floyd liebt, wird von Songs wie "Today" und "Dancing Right In Front Of Me" abgeholt. Gleichzeitig sollte man aber auch den Pop-Ambitionen der späteren Bandphase, circa "A Momentary Lapse Of Reason", etwas abgewinnen können – sonst hat man mit dem rotweinseligen Oboen-Chanson "Faces Of Stone" oder dem Gospelchor im Titelsong harte Nüsse zu knacken. Woran es "Rattle That Lock" jedenfalls nicht fehlt, ist Vielseitigkeit. Im Vergleich zum ähnlich gearteten Vorgänger "On An Island" hat Gilmour seinen Songs etwas Beine gemacht und sie für Einflüsse aus Jazz und World Music geöffnet. Ein schönes Album – allerdings vor allem für Leute, die nicht sofort umschalten, wenn auf WDR 2 ein Song von Sting oder Joe Cocker kommt.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 5.0/12

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