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0 Autor: Sebastian Berlich

Meat Wave - Delusion Moon

Delusion Moon
  • VÖ: 18.09.2015
  • Label: SideOneDummy/Cargo

Meat Wave surfen mit ihrem zweiten Album gekonnt auf der Welle des Lo-Fi-Indie-Punk-Revivals.

Bands wie Fidlar, Cloud Nothings oder Metz machen es gerade vor: Die 90er sind wieder da! Und zwar so richtig: mit verstimmten Gitarren, polterndem Schlagzeug, roher Produktion und ganz großen Melodien. "1991: The Year That Punk Broke" ist zwar schon ein bisschen her, das hindert Meat Wave aber nicht daran, sich am Sound dieser Zeit ausgiebig zu bedienen. Nach ihrem knappen, stärker am Punk orientierten Debüt (2013), will der Nachfolger "Delusion Moon" nun gleich ein Konzeptalbum sein. Diese vollmundige Behauptung kann man getrost in dem Moment vergessen, in dem der Titeltrack lospoltert, als müsste die ganze Energie der Band gleich im ersten Song raus. Meat Wave spielen ihre Songs gerne direkt und dreckig in drei Minuten durch. Manchmal gehen sie aber auch Umwege, verwehren die Erlösung, die ein hymnischer Refrain bietet, im schleppenden "Witchcraft" zum Beispiel. Diese Momente sind wichtig, da sie der Band eine Identität verleihen. Außerdem stecken auf "Delusion Moon" mit Songs wie dem rotzigen "Reunion", dem stampfenden "Sham King" oder dem windschiefen "Cosmic Zoo" immer noch genügend Hits, um das Energielevel durchgängig oben zu halten. Zum großen Wurf fehlt Meat Wave aber leider eine Eigenschaft, die bei aller Beiläufigkeit nicht unter den Tisch fallen darf: Fokussierung. "Delusion Moon" mangelt es an Dramaturgie, an einer Ordnung für die vielen Einfälle. Die Platte hat die Wildheit eines zweiten Debüts, und gerade deshalb macht sie Spaß. Wenn Meat Wave in Zukunft relevant bleiben wollen, müssen sie jedoch einen feineren Filter für mittelmäßige Ideen entwickeln.

Bewertung: 8/12

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