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0 Autor: Matthias Möde

Ought - Sun Coming Down

Sun Coming Down

So rastlos wie auf der Bühne gehen Ought auch in Proberaum und Studio zu Werk: Sun Coming Down, ihr zweites Album und ihre dritte Veröffentlichung innerhalb von 17 Monaten, verschiebt den Fokus nun auf Sonic-Youth-Indierock.

Im Mittelpunkt steht aber nach wie vor Gitarrist, Sänger und Frontmann Tim Beeler (ehemals Tim Darcy) mit seinem variablen Gesang, der spielend Assoziationen an Ian Svenonius (The Make-Up), David Byrne (Talking Heads) und Thurston Moore (Sonic Youth) weckt. Der Weg zu Moore ist auf dem "More Than Any Other Day"-Nachfolger ein Stück kürzer geworden, weil Ought nicht mehr so oft wie eine verspulte Version der Strokes klingen, sondern mit dissonanten Riffs und schrägen Melodien Sonic Youth wesentlich näher stehen. Der schwungvolle Opener "Men For Miles" ist mit seiner schrägen Melodieführung nach 20 Sekunden sogar unverschämt nah am Original. Kaum einer der acht, im Schnitt fünf Minuten langen Songs kommt ohne Feedback oder Frickelei aus. Einzig im postpunkigen "Beautiful Blue Sky" halten sich die Instrumente mal zurück. Beeler reißt das Stück dafür mit seiner Stimme an sich: Er erzählt ruhig, stammelt nervös, rasselt Phrasen runter und singt affektiert: "Yes!" Beeler mag der Ex-Folker, Ex-Darcy und Schlaumeier aus New Hampshire sein, der eigentlich nur zum Studieren nach Montreal kam – mittlerweile ist er ein ironischer Schlaumeier, der eine Band mit Meinung und DIY-Einstellung um sich versammelt hat, die ihm Raum zur Entfaltung gönnt. Prophetisch gesprochen: Wenn Ought sich diesen Tatendrang bewahren und an ihrem Sound weiter arbeiten, werden sie bald auch den großen Rest des VISIONS-Soundchecks überzeugen.

Bewertung: 9/12

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