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0 Autor: André Bosse

New Order - Music Complete

Music Complete

Zur Hälfte gut, zur Hälfte Schmuh: die Rückkehr von New Order gelingt in Ansätzen.

"Music Complete" ohne Peter Hook? Das Großmaul hatte New Order aufgelöst, ohne die anderen zu fragen, und spielt derzeit als Bassist den Joy-Division-Katalog nach. Aber wenn schon "Music Complete", dann doch bitte mit seinen hohen Bassnoten. Die spielt zwar mittlerweile ein anderer, aber das Wahre ist das nicht. Immerhin: Keyboarderin Gillian Gilbert ist wieder mit dabei, und ihr Einfluss ist zu hören: Nach zwei breitbeinigen Gitarrenalben spielen New Order wieder Electro-Rock wie auf Technique und Republic. Großartige Platten, auf denen die Band gar nicht erst versuchte, die Rock- und Dance-Elemente elegant zusammenfließen zu lassen. Erstaunlich, dass diese Formel im Fall von New Order weiterhin weltweit erfolgreich ist. Es wird wohl an Sänger Bernard Sumner liegen, der auch mit Ende 50 so unschuldig klingt wie ein Schuljunge. Es gibt auf Music Complete viele Stücke, auf denen New Order ihre Stärken ausspielen: Die Single "Restless" ist prima, "Singularity" blubbert und wummert, als sei die Hacienda noch ein Club und keine Ansammlung überteuerter Lofts, "Plastic" und "Academic" stehen für die melodieverliebte Seite der Band, "Superheated" tanzt unterm Neonlicht, und wenn am Ende 80er-Großmeister Brandon Flowers als Gast zu hören ist, fügt sich das alles zusammen (oder: zieht sich alles zusammen, je nach Geschmack). Es gibt aber auch Quatsch: Iggy Pop als Erzähler in "Stray Dog" ist komplett fehlplatziert, die schmierigen Altmänner-Disco-Fantasien "Tutti Frutti" und "People On The High Line" nerven kolossal. Qualitätskontrolle ist eben auch ein Thema für Legenden im Silver Age.

Bewertung: 6/12
Leserbewertung: 11.0/12

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