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0 Autor: Vivien Stellmach

Idle Class - Of Glass And Paper

Of Glass And Paper

Spätestens mit "Of Glass And Paper" werden Idle Class ihrem Ruf als neue deutsche Punk-Hoffnung gerecht. Der Nachfolger macht ohne Umwege da weiter, wo ihr Debüt "The Drama’s Done" (2013) aufgehört hat.

Der Opener "The Drama Continues" spielt schon im Titel auf die Szene-Perle an. Idle Class knüpfen aber vor allem musikalisch an die melodischen Herzpunk-Hymnen ihres Debüts an. Songs wie "A Puppeteers Party" und "The Story Of How The King Died" überzeugen mit hochmelodischen Gitarren, eingängigen Melodien und mitreißenden Refrains. Im Wechselspiel von melodisch-klarem und angepisst-rotzigem Gesang erzählen Sänger Tobias Pelz und Bassist Benjamin Bunzel Geschichten von verpassten Chancen, trotziger Hoffnung, guten wie schlechten Zeiten. Neue musikalische Einflüsse darf man auf "Of Glass And Paper" nicht erwarten. Das macht aber nichts, weil die Münsteraner ihre rauen Punk-Hymnen mit hörbar viel Leidenschaft und Authentizität vortragen. Am besten klingen Idle Class, wenn sie wie in Worn Out Shoes über verpasste Chancen und Ängste singen: „The things that I’ve missed that I won’t catch up with/ (…)/ The fears I never shared, but can’t go without“, um dann trotzig auszubrechen und wieder aufzustehen: „The things that I miss are just a drop in a bucket/ (…)/ The fears I never shared I managed to laugh them off.“ Songs wie "All Kippers And Curtains" und "Testimony" preschen angriffslustig nach vorne und das emotionale "The Sound Of Glaciers Calving" nimmt sich abschließend genug Zeit, drosselt das Tempo, um ein kleines Bisschen an den Herzen der Hörer zu zerren. „Have you ever felt the pain of two hearts parting“, fragen Idle Class darin im Chor. Ja, wer den nicht?

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 11.0/12

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