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0 Autor: André Bosse

Eleventh Dream Day - Works For Tomorrow

Works For Tomorrow

Superfrischer Indie-Post-Punk-Rock der gerne unterschätzten Chicago-Veteranen.

Dass man sich irre lange Geschichten über Sonic Youth, Pavement oder die Pixies erzählt, über Eleventh Dream Day dagegen häufig schweigt, ist unfair. An der Qualität der Alben liegt es nicht, was der Band aus Chicago jedoch fehlte, war der passende Moment: Eine Platte zur richtigen Zeit am richtigen Ort, ein Song, der den Zeitgeist traf, ein "Teen Age Riot", "Where Is My Mind?" oder "Cut Your Hair". Weil der große Ruhm ausblieb, können Eleventh Dream Day weiterhin ungestört Platten aufnehmen, ohne sich mit großer Geste aufzulösen; diese Nachricht würde eh kaum jemanden interessieren. Mit den Jahren wurden die Pausen zwischen den Alben allerdings immer länger, "Works For Tomorrow" bietet die ersten neuen Songs seit vier Jahren. Was angenehm überrascht, ist deren Frische. Rick Rizzo (Gitarre) und Janet Beveridge Bean (Drums, man kennt sie auch von Freakwater) teilen sich den Gesang. Scheinbar musste eine Menge Druck raus, denn die Vocals klingen kein bisschen aufgesetzt – kaum vorstellbar, dass es im Studio einen Second Take gab. Die Gitarren bauen Wände und reißen sie wieder ein – die reine Indierock-Freude. Besonders der Titelsong knallt, man denkt an Postpunk-Helden wie Mission Of Burma oder die Wipers. "Cheap Gasoline" bringt Psychedelia ins Spiel, "Snowblind" den 60s-Stomp der Sonics, "The People’s History" politisch-informativen No-Wave-Noise, "Requiem For 4 Chambers" Northern Soul. Es ist allerhand los auf dieser wirklich großartigen Platte, die so weit von einem Alterswerk entfernt ist wie der HSV von der Meisterschaft. Jetzt Eleventh Dream Day entdecken!

Bewertung: 9/12

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