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0 Autor: André Bosse

Pavement - The Secret History Vol. 1

The Secret History Vol. 1

Teil eins der Pavement-Exegese: Das Beste von dem, was es nicht auf ihr Debüt schaffte.

Das Erstaunliche an den frühen Pavement war, dass die beiden kreativen Befehlshaber Stephen Malkmus und Scott Kannberg eine Formel gefunden hatten, mit der sie sehr komfortabel die Rockwelt auf den Kopf stellten. Rhythmus, Gitarre, Schlagzeug – alles durfte frei sein, alle Komponenten suchten sich ihre eigenen Wege und fanden sich, wenn es gut ging, in Refrains und Strophen wieder. Und wenn nicht, dann war es auch egal, dann war es halt Indierock. Mit The Fall arbeitet Mark E. Smith in Manchester ganz ähnlich. Seine Diskografie ist ellenlang, weil er immer dann, wenn er ein Dutzend Songs zusammen hat, ein Album daraus macht. Hier unterscheiden sich Pavement: Fünf Alben in acht Jahren sind beachtlich, aber es hätten mehr sein können. Das ist nicht nur ein Wunsch, sondern das Fazit der großen Archivschau, die mit "The Secret History Vol.1" ihren Anfang nimmt. Das Projekt versammelt alle Lieder, die so gut sind, wie alles sonst von Pavement, es aber nicht auf ihre Alben geschafft haben. Weil die Band sie zum Beispiel auf Singles veröffentlichte oder an Compilation-Macher verschenkte. Teil eins widmet sich den Songs rund um das Debüt "Slanted And Enchanted", und weil es von dieser Platte schon eine Deluxe-Edition gibt, ist nicht alles neu, was man hier zu hören bekommt. Der Vorteil der Zusammenstellung: Die 17 Studiotracks fühlen sich tatsächlich wie ein eigenes Album an, wie der Schattenzwilling des Debüts aus einer Parallelwelt. Zugabe sind 13 teils euphorische Live-Aufnahmen von der ersten Europatour der Band: Wie fantastisch sie hier ihr "Summer Baby" spielen!

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