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0 Autor: Britta Helm

Le Butcherettes - A Raw Youth

A Raw Youth

Geht so die Revolution? Dann sollte bitte jemand Teri Gender Bender erst wecken, wenn sie vorbei ist.

Träge zu klingen, gehört zum Job der Sängerin und Gitarristin, hat aber auch mal besser gepasst als auf ihrem dritten Album, das offiziell von rebellischen Jugendlichen handelt. Jeden Song haben Le Butcherettes einem anderen jungen Menschen aus einer anderen Zeit auf den Kampfgeist geschrieben und sich dabei mal mehr und mal weniger Mühe gegeben. Am wunderbar wütendsten ist "Gender Bender" wie immer dann, wenn sie sich mit ihren aufgewühlten Protagonisten im Gepäck wie eine Mischung aus Karen O und Jack White durch schlammigen Garagenrock schlängelt, schreit und kiekst. So wie im blöd betitelten "They Fuck You Over" mit seinen Drecksgitarren und der Fäuste schwingenden Empörung, die sich für den Refrain zu einer Melodie zusammenreißt, bevor "Gender Bender" nach weniger als zweieinhalb Minuten mit einem letzten Jauchzen auf den Tisch haut. Warum sich Gast Iggy Pop stattdessen mit dem grummelig schleppenden "Uva" arrangieren musste, wird nicht ganz klar, und auch John Frusciante hat mit dem Wabern und Eiern von "My Half" eher Pech gehabt. Vielleicht hat sich auch Produzent Omar Rodriguez-Lopez, der mit Gender Bender bei den Bosnian Rainbows zusammenarbeitet, zwischendurch mit den Bands vertan und dem eigentlich schön wilden Punk alle paar Songs alles Verzerrte und Verzogene untergeschoben, das noch rumlag. Man muss sich auf "A Raw Youth" jedenfalls durch zu viele zähe Stellen graben, um zum Zähnefletschen und den Momenten zu gelangen, in denen die Keyboards nach Rock’n’roll statt Wasserschaden klingen. Wer gerade gegen die Gesellschaft antritt, hat für solche Längen keine Zeit.

Bewertung: 5/12

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