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David Bowie - Hours...

Hours...

Stunde um Stunde verstreicht, während David Bowie Jahr um Jahr vor seinem inneren Auge vorbeiziehen lässt. Das Lächeln wirkt etwas gezwungen, obwohl ihn der Rückblick auf sein Leben natürlich mit Zufriedenheit erfüllt.

Er ist die Rückwärtsrichtung eben nicht gewöhnt, ihn drängte es immer ganz nach vorne, aber schon mit dem guten letzten Album "Earthling" konnte er nur bereits manifestierte Trends aufgreifen, statt seinem Anspruch entsprechend neue zu setzen. Was also ist „Hours...", die Alterselegie des Homo Superior der Popmusik? Stirbt der Thin White Duke an kreativer Unterernährung? Verfällt Ziggy zu Sternenstaub? Nicht ganz, aber auch der scheinbar vor dem Altern gefeite David Robert Jones bekommt langsam aber sicher den Zahn der Zeit zu spüren. Statt „Oh! You Pretty Things" heißt es jetzt „The Pretty Things Are Going To Hell", das melancholische Grundgefühl war wohl unvermeidlich bei einem Menschen, der alles (erreicht) hat und nichts mehr (zu beweisen) braucht. Erinnert wird man auf „Hours..." an viele (vornehmlich recht frühe) Phasen seines bewegten Künstlerlebens, doch wenn man unbedingt einen Bezugspunkt festmachen will, ist es wohl das schwermütige Meisterwerk „Hunky Dory", das als Vorlage für Songs wie „Seven" diente. Von einer Sammlung in Selbstmitleid ertrinkender Schlaflieder ist das Album zum Glück Lichtjahre entfernt, das erwähnte „The Pretty Things..." rockt beispielsweise ganz unbekümmert aus der Hüfte. Für mich ein Bowie-Album, wie ich es besser kaum hätte erwarten können, aber böse Zungen meinen, das läge wahrscheinlich daran, dass ich nur gut 20 Jahre jünger bin als der Meister selbst.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 8.0/12

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