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0 Autor: Daniel Welsch

Paul Weller - Saturns Pattern

Saturns Pattern

Statt seinen Status als Modfather zu genießen und sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen, wagt Paul Weller erneut neue Wege und versucht sich an „21st century music“.

Zwar klingen die neun Songs auf "Saturns Pattern" nicht ganz so progressiv, wie von Weller angekündigt. Dennoch setzt der ehemalige Frontmann von The Jam damit die Experimentierfreude seiner letzten beiden Alben fort. Auf "Wake Up The Nation" und Sonic Kicks verdichtete er seine Songs zu kompakten, häufig nur zwei Minuten langen Rocknummern, erweiterte diese aber zugleich um elektronische Spielereien, psychedelische Momente und krautrockige Rhythmen. Abgesehen von "Long Time" verabschiedet sich Weller auf "Saturns Pattern" von diesem gehetzten Gestus, die Songs haben Zeit, sich aufzubauen und zu entwickeln, oder wie das Titelstück und "Going My Way" mehrmals komplett die Richtung zu wechseln. Der Fokus liegt auf den detailreichen Arrangements, die manchmal dank der vielen Brüche und Wechsel an Collagen erinnern. So dreht sich "I’m Where I Belong" um eine Bass-Figur und einen programmierten Beat, doch ständig kommen neue perkussive Sounds und Instrumente hinzu und verschwinden wieder und geben dem Song so eine neue Wendung. Mit "White Sky" wählt Paul Weller zudem einen beinahe brachialen Einstieg in das Album, der mit breitbeinigen Riffs, verzerrtem Gesang und rumpelndem Beat über den Hörer herfällt. Als Entschädigung endet das Album mit dem psychedelischen "These City Streets", das meditativ und frei mäandernd neun Minuten vor sich hin fließt. Damit steht es zwar im Kontrast zu den ereignisreichen übrigen Stücken, bildet aber gerade deshalb den passenden Ausklang für ein gelungenes Album.

Bewertung: 8/12

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