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0 Autor: Sebastian Berlich

Health - Death Magic

Death Magic

Lust auf Russisch Roulette? Health packen zwischen Synth-Pop und Noise alles in den Revolver und lassen die Trommel ordentlich rotieren.

Sechs Jahre lang werkelte das Quartett aus L.A. an seinem dritten Album, das das hochgelobte, kompromisslose "Get Color" beerben soll. Die detaillierte Arbeit und den langen Entstehungsprozess hört man "Death Magic" an: Health haben ihren aus der Noise-Szene ihrer Heimatstadt heraus entwickelten Soundkosmos an verschiedenen Ecken ausgebaut, am weitesten in Richtung Pop. Früher versteckte sich die glockenhelle Chorknabenstimme von Frontmann Jake Duzsik meist hinter lärmenden Schlieren, heute darf sie ganz unbehelligt über einem minimalistisch-aggressiven Brett wie Stonefist strahlen. Allgemein ist "Death Magic" klarer produziert als seine Vorgänger, davon profitieren vor allem die experimentellen Stücke. So liefern Health mit "Flesh World" eine Interpretation von Gabba-Techno ab, während sie mit dem süßlichen Life ihren Pop-Zenit erreichen. Die Synthesizer schwelgen darin, während Duzsik Zeilen wie "We die/ And we don’t know why" singt. Wem das zu banal ist, der kann sich seine gewohnte Portion energischen, hintersinnigen Noiserock bei Abfahrten, wie dem hämmernden "Salvate" oder dem vertrackten "Courtship II", abholen. Viele der hier versammelten Songs orientieren sich jedoch eher am Industrial-Verständnis von Nine Inch Nails als am entfesselten Lärm vergangener Tage, während die Verquickung von Düsternis, Synthesizern und Pop an die Depeche Mode der späten 80er erinnert. Dabei verheben sich Health nicht an derart großen Referenzen, sondern nehmen sie als Herausforderung an, an der sie wachsen können – zu einer der spannendsten Rockbands unserer Zeit.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 6.0/12

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