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Holy Serpent - Holy Serpent

Holy Serpent

Australien rüstet mit Holy Serpent auf in Sachen Stoner-Doom. Die möchten Uncle Acid beerben. Wer wohl am Ende die Oberhand behält?

Hoffentlich keiner, denn die Welt ist groß genug für Uncle Acid und Holy Serpent. Zumal letztere Melbourne ihre Heimat nennen, was für reichlich Sicherheitsabstand zu den Briten sorgt. Dass das junge Quartett sich für sein Debüt von Uncle Acid hat beflügeln lassen, geben Holy Serpent durchaus zu. Gegründet hat sich die Band erst 2014 – und aus einem ersten Bandcamp-Demo hat sich ein fünf Songs starkes Album mit satten 37 Minuten geformt. Geeint von ihrer Vorliebe für Riffs und Reefer, entfalten sich die langen, gemächlich vor sich hinwalzenden Stücke zu majestätischer Pracht. Und weil guter Doom sie immer in sich trägt, bestimmt die Songs ein leichter Hang zur Melancholie, nicht selten getränkt im warm-fuzzigen Wüsten-Sound von Kyuss und der Wall-of-Sound von Sleep. Sänger Scott Penberthy und sein nasales, beschwörendes Organ verhelfen der psychedelischen Wolke zu hypnotischer Wirkung. Die Songs sind für sich genommen kein Bisschen außergewöhnlich, dem Sog, den sie entwickeln, entkommt man trotzdem nicht. Was wahrscheinlich an der angenehm schweren Langsamkeit liegt, die immer weiter aus unserem Kosmos raus driftet. Das abschließende "The Wind" etwa handelt von Aliens, die die menschliche Rasse kreiert haben und zurückkehren, um nachzuschauen, wie ihnen das Experiment geglückt ist. Das klingt unterm Strich zwar nur monoton vor sich hingrollend und –fuzzend, aber in seiner Einlull-Wirkung vollkommen. Holy Serpent ist mit einfachen Mittel ein Genre-Juwel gelungen, das man am besten getreu dem Bandmotto genießt: „Play loud, drink beers, and smoke weed.”

Bewertung: 9/12

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