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0 Autor: Sascha Krüger

Monolord - Vaenir

Vaenir

Vænir ist der historische Wikinger-Name für Schwedens größten See. Der ist kalt, dunkel und tief – und passt damit als Titel perfekt zu Monolords zweitem Album.

Freundlich begrüßt wird man nicht gerade auf diesen sechs neuen Stücken, die Monolord in Eigenregie in ihrem kleinen Proberaum in Göteborg aufgenommen haben. Wirklich alles an dieser klassischen Trio-Besetzung atmet schwer und gurgelnd, als ob jeder weitere Atemzug massive Kraft kosten würde. Nun gut, das ist ein Wesenszug guten Doom und Sludge Metals, und diesen Genres haben sich Monolord bereits mit ihrem Debüt in einer Eindeutigkeit verschrieben, wie man es seit den Glanztagen von Entombed selten gehört hat. Dazu kommen so erhebende Songtitel wie "We Will Burn", "Nuclear Death" oder "Died A Million Times", ein Gitarrensound, der mit einer stoischen Präzision vor sich hin fräst, wie eine tollwütige Kreissäge auf Wunderpilzen, sowie ein Gesang, der dank Effekten dermaßen abstrakt daher kommt, als würde ein Leder- und Nieten-bewährtes Alien aus dem All böse Verfluchungen direkt an unseren Kopf werfen. Ja, Leichtfüßig-, Fröhlich- oder Sonnigkeit sind die Antipoden zu diesem brutal zähflüssigen, dabei aber eher Alternative- als Metal-inspirierten Sound. Es ist mutig, bis zu 16 Minuten lange Song-Attacken gerade dann im Tempo zu reduzieren, wenn die sonst für dramaturgische Höhepunkte reservierten Gitarren-Soloparts einsetzen – und Monolord nehmen dann gerne noch einmal 50 Prozent Tempo aus dem Song. Das ist in der Sache extrem druckvoll, massiv und unausweichlich. Und doch sollte man ausgewiesener Fan des Genres sein, um ihre SloMo-Dampfwalzen auf Dauer nicht doch als etwas zu eintönig und unzureichend dynamisch zu empfinden.

Bewertung: 7/12

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