Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Matthias Möde

They Might Be Giants - Glean

Glean

Die neu aufgelegte Dial-A-Song-Idee ist auch 30 Jahre später noch das Beste an dieser unnötig kreuz und quer dudelnden Song-Zusammenstellung. Bitte auflegen – den Hörer, nicht dieses Album!

Mitte der 80er kamen John Flansburgh und John Linnell auf ihre wohl genialste Idee: Sie nahmen jede Menge Songs auf einen Anrufbeantworter auf, gaben die zugehörige Telefonnummer über verschiedene Zeitungen heraus und gingen nie ans Telefon. Über das Dial-A-Song-Projekt konnten Fans der Band – das waren damals noch nicht allzu viele – per Anruf zufällig einen neuen Song hören. Je länger, desto teurer wurde der Anruf. 2015 haben They Might Be Giants dieses Projekt neu aufgelegt – ganz oldschool per Telefon, mit einem eigenen Internet-Radiosender und über dialasong.com, wo die Band seit Anfang des Jahres wöchentlich einen neuen Song samt Video postet. Auf dem 40-minütigen "Glean2 erscheinen nun 15 davon, die in ihrer fidelen Vielfalt ganz schön nerven. "Answer" klingt wie Cake in albern, "Underwater Woman" ist ein frech schunkelnder Song mit sprachlich mediokren Unterwasserbildern. Das dreiminütige "Music Jail, Pt. 1 & 2" ist mit leierndem Gesang und fragmentarischem Gedudel jede Sekunde anstrengend. Zerstückelter und unlustiger ist nur noch "Unpronouncable", das ab der zweiten Minute absichtlich zersägt wird: alle paar Hundertstelsekunden setzt der Ton kurz aus. Man soll wohl erstaunt auf sein Telefon schauen und feststellen, dass es sich hier nicht um einen technischen Fehler, sondern um einen verzichtbaren Witz handelt. Schlimmer geht’s nur noch im Titeltrack, der in etwa klingt als würden Liquido in der RTL-Kinderhitparade auftreten. Das möchte man nicht mal durch den Telefonhörer ertragen müssen.

Bewertung: 5/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.