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Other Lives - Rituals

Rituals

Other Lives haben den Heimweh-Blues: Das Indierock-Trio aus Oklahoma rekapituliert die vergangenen Jahre on the road und lässt der Melancholie auf ihrem dritten Album freien Lauf.

Insofern ist "Rituals" nicht nur stilistisch, sondern auch konzeptuell die direkte Konsequenz von "Tamer Animals" und der erschöpfenden Tour zum Album, auf die sich Other Lives ab 2011 begaben. „Isolation und die Spontaneität des Reisens“ stehen thematisch im Zentrum von "Rituals", und die Band leistet dem musikalisch Folge: Stimmungsvoll bis festlich, in sich gekehrt und maximal detailverliebt nimmt sich die Platte aus. "Rituals" ragt hier hinein bis in den Postrock, schrammt dort knapp am Shoegaze vorbei und ist in der Summe ein sehr homogenes Album (das vielleicht drei Songs zu lang geworden ist). Die Komplexität, mit der Other Lives ihre Arrangements aufziehen, sucht im Indierock weitgehend ihresgleichen; der Knackpunkt von "Rituals" ist eher die fehlende Dramaturgie. Zu behäbig kommt das Album in die Gänge und verliert sich dann schnell im Wohlklang. Am besten sind Other Lives immer dann, wenn sie sich selbst aus der Lethargie reißen und knackigem Songwriting Vorrang vor dichter Atmosphäre geben. So verfügt etwa das streicherdurchsetzte "New Fog" – anders als weite Teile der Platte – über einen echten Spannungsbogen, und mit "English Summer" gelingt ihnen ein eleganter Slow-Motion-Hit, den man sich am ehesten wie eine verschollene Beach-Boys-Nummer vorstellt, an der sich ein Band-Joint-Venture aus The National und den Dovesversucht hat. Man soll so etwas ja eigentlich nicht schreiben, aber: Dieser Song alleine ist die Platte schon wert.

Bewertung: 7/12

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