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0 Autor: Florian Zandt

Superheaven - Ours Is Chrome

Ours Is Chrome
  • VÖ: 08.05.2015
  • Label: Side One Dummy/Cargo
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 266

Vom kleinen Indie zum großen Indie, vom beliebigen Daylight hin zum griffigen Superheaven: So viel sich auch rund um die Musik der Grunge-Revivalisten tut, ihre Songs klingen immer noch nach zu großen Flanellhemden und strähnigen Haaren.

Ihr Debüt "Jar" hatten Superheaven, damals noch unter dem Namen Daylight, erstmals auf Run For Cover veröffentlicht, für die Reissue nach der Namensänderung wechselte die Band zu Side One Dummy – einem Label, das unter anderem als Sprungbrett für Durchstarter wie The Gaslight Anthem oder Flogging Molly diente. In so erfolgreiche Sphären dürften Superheaven mit ihrem ersten richtigen Side-One-Dummy-Album "Ours Is Chrome" trotzdem nicht kommen. Dafür ist ihr Neogrunge-Sound zu speziell, wenngleich die Produktion im Vergleich zum Vorgänger deutlich griffiger aus den Boxen kommt. Schön ist allerdings, dass die Band sich abseits von Chorus-Gitarreneffekten und nuschelndem Gesang auf "Our Is Chrome" auch mal an größere musikalische Gesten oder Shoegaze-Momente traut: Der Opener "I’ve Been Bored" klingt im Bandkontext nach unverhältnismäßig sonnigem Alternative Rock und überzeugt durch seine Gesangsharmonien, das Anfangsriff aus "Next To Nothing" schleicht sich über den Hintereingang auf die große Bühne, statt sich mit der muffigen Kellershow zu begnügen. Lange hält die Band die gute Laune aber nicht durch, werden doch schon im Refrain desselben Songs die Geister von Nirvana, Seaweed und Co. heraufbeschworen, bevor die Séance mit Songs wie "Room" und "Gushin’ Blood" ihren Abschluss findet. Neben der musikalischen Umorientierung von Basement und Title Fight schon jetzt die wichtigste Neogrunge-Platte des Jahres.

Bewertung: 9/12

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