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0 Autor: Britta Helm

White Hills - Walks For Motorists

Walks For Motorists
  • VÖ: 03.04.2015
  • Label: Thrill Jockey/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 266

Die Menschheit will zum Mars, aber sie muss unterwegs auch tanzen können. Das jüngste Spacerock-Album von White Hills denkt das mit.

Natürlich passt das durch seinen Garage-Rhythmus an The Kills erinnernde Wanderlust mit seinen nicht mal drei Minuten schätzungsweise milliardenfach auf den Hinflug zum Mars, dafür kann man dazu aber besonders gut die angewinkelten Arme schütteln. Normalerweise machen White Hills so kurze Songs mit so viel Massenappeal nicht, deshalb grätscht eine Gitarre auch ordentlich durch den Song und der Gesang besteht aus nicht mehr als ein paar fiesen Zeilen: „Some of us will be kings/ While others go to work/ Lying face down in the dirt/ Not right.“ Der Fuzz, den sie hier nur andeuten, macht sich überall sonst auf "Walks For Motorists" so breit, wie sich das für die inoffiziellen Hawkwind-Erben gehört, auch wenn sie mit jedem neuen Album neue Schwingungen aus Kraut, New Wave, Rock und Space dazwischen laufen lassen. An seinen interessantesten Stellen besteht "Walks For Motorists" nur aus verlorenen Synthesizern und schwebendem Geblubber, bis ein Alien so in sich ruhend darüber trommelt, als käme es direkt vom Bongokurs auf der Venus. Doch dann laden wieder die bösen Spacelords zum nächsten heavy Psychedelic-Trip voller Menschheitsbedrohung und Dröhnen. Ob es an Caribou-Produzent David Wrench liegt, dass die entspannte Elektronik diesmal fast so viel Raum einnimmt wie die nervenzerrenden Weltall-Jams? Das lässt sich nicht endgültig klären, sorgt aber dafür, dass das Album für einen echten Impact zu sehr in der Mitte hängt. Das unsägliche Cover verortet es dann immerhin doch wieder ganz weit hinterm Mond.

Bewertung: 7/12

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