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0 Autor: Daniel Matuschke

My Morning Jacket - The Waterfall

The Waterfall
  • VÖ: 01.05.2015
  • Label: Pias Coop/Ato/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 266

Geschichtstreue Hörer werden My Morning Jacket auch diesmal die mit Evil Urges gefundene Pop-Sensibilität ankreiden. Alle anderen dürfen Jim James vom Westküstenstrand bis zum Mond folgen.

Der Synthesizer in "Believe" schraubt sich in die Luft, als hätte sich bei den Aufnahmen ihres siebten Albums zwischen die Songs eine Sega-Session mit aufs Band geschlichen. Die Aufmerksamkeit, die My Morning Jacket damit auf sich ziehen, halten sie in den folgenden fünf Minuten des Openers fest: mit Fuzz-Gitarren-Schleifen, holzigen Beats und Jim James soulig-warmer Stimme, die sich in die Tiefe fallen lässt. Es macht den Anschein, als habe sich der Nebel in der Strandvilla in Stinson Beach, wo My Morning Jacket ihr siebtes Album aufgenommen haben, gelichtet. Die zehn Songs lassen sich von der Natur tragen und schweben nicht orientierungslos durch sie hindurch. Ähnlich wie der Wasserfall auf dem Artwork, der mit unbändiger Kraft ins Tal rauscht, aber in dem einzelnen Moment, den die Aufnahme einfriert, so sanft und schön wirkt. My Morning Jacket leben in genau diesem Moment. Die Zeit im Studio habe sich angefühlt wie auf einem kleinen, abgeschiedenen Mond, so sehr habe ihn die geballte Psychedelic der Strandlandschaft in Kalifornien getroffen, gibt James dem Hörer mit auf den Weg. Und so gibt es auf "The Waterfall" den großen Rausch der Sinne, ohne den man sich ein Album der Band aus Kentucky ohnehin schwer hätte vorstellen können. Dabei klingt ihr Folk- und Psych-Rock allerdings so unbeschwert wie lange nicht mehr. Einzig "Like A River" gerät mit seiner Akustikgitarre und dem hauchdünnen Falsett zur fehlgeleiteten Hippie-Ballade.

Bewertung: 8/12

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