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0 Autor: Vivien Stellmach

Nai Harvest - Hairball

Hairball

Nai Harvest sind nur zu zweit, erreichen auf ihrem zweiten Album aber einen dichten Indie-Emo-Sound, der genauso gut von einer doppelt so großen Band stammen könnte.

Es ist kaum zu glauben, aber hinter Nai Harvest stecken nur zwei nerdig aussehende Typen mit Gitarre und Schlagzeug. Sänger und Gitarrist Ben Thompson trägt eine kreisrunde Brille und seine T-Shirts in der Hose, Schlagzeuger Lew Currie ein markantes Gesicht mit langer Nase und Topfschnitt. Musikalisch scheint das Duo aus Sheffield ebenfalls in den 90ern hängengeblieben zu sein. Nai Harvest balancieren zwischen aufgeregtem Indierock und rumpelndem Emocore, scheuen sich aber auch nicht vor poppigen Alternative- und Shoegaze-Einwürfen. Nach dem 2013 erschienenen Debüt "Whatever" und der 2014 veröffentlichten EP "Hold My Head" markiert "Hairball" das zweite Album der jungen Zwei-Mann-Kombination. Die zehn Songs, die das Duo überwiegend auf Tour geschrieben hat, sprudeln musikalisch vor Freude über. Currie lässt sein Schlagzeug fast pausenlos zu den schmissig-schrägen Melodien von Thompson scheppern. "Buttercups" verknüpft dabei treibenden Indierock mit frühen Emo-Anleihen und Shoegaze-Momenten. Das langsame "Ocean Of Madness" geht etwas besonnener zu Werke, und Songs wie "Spin" und "Sick On My Heart" klingen herrlich aufgeregt und euphorisch. „When you want it/ All the Time/ You don’t get what you want/ Every time“, nuschelt Thompson im treibenden "All The Time", das davon handelt, am liebsten für immer auf Tour gehen zu können und nicht mehr nach Hause fahren zu müssen. Das klingt schön naiv, aber wer wäre nicht gerne so unabhängig und frei?

Bewertung: 8/12

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