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0 Autor: Matthias Möde

Steve von Till - A Life Unto Itself

A Life Unto Itself

Auf seinem vierten Soloalbum bleibt Neurosis-Gitarrist und -Sänger Steve von Till der spartanisch instrumentierten Dunkelheit treu. Um eintauchen zu können, benötigt man mindestens Kopfhörer, besser aber einen von Menschen verlassenen, finsteren Ort.

„Wenn du eine wichtige Entscheidung in deinem Leben triffst und dann einen Raben krächzen hörst, war das kein Zufall, sondern Bestätigung“, erklärt Steve von Till seine übernatürliche und mystische Weltanschauung, die auf "A Life Unto Itself" immer wieder durchscheint, auch in der Gestalt von Raben. Zum Beispiel im Opener "In Your Wings", der zweieinhalb Minuten lang von Tills charakteristisch tiefe Stimme mit wenigen Klängen begleitet und dann von einer fiedelnden Bratsche unterbrochen wird. Die sieben langen Songs sind nach wie vor im traditionellen amerikanischen Folk verwurzelt, im Vergleich zu seinen anderen Soloalben geht von Till aber etwas freier zu Werk. Das Fundament der finster schleppenden Atmosphäre bildet seine Stimme, drum herum finden sich auf "A Life Unto Itself" aber auch psychedelische Elemente und in "Night Of The Moon" sogar ein retro-futuristischer Synthesizer. Das Artwork zu diesen Schauergeschichten zeigt einen breiten Wasserfall, der tiefe Spuren im Stein hinterlässt; es stammt von Aaron Turner (Sumac). Von Till und Turner kennen sicher die richtigen Orte, an denen man "A Life Unto Itself" lebt, und das Album für seine Hörer am besten funktioniert. In weniger märchenhafter Umgebung verwässert der mystische Charakter des Albums aber manches Mal. Von Tills Stimme ist eben nicht ganz so charismatisch wie die von Tom Waits oder Johnny Cash, die einen auch ohne finsteren Überbau übermannen.

Bewertung: 7/12

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