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0 Autor: Sebastian Harth

Sannhet - Revisionist

Revisionist

Reichlich Nachschub aus New York für Freunde von sphärisch-verhangenem, instrumentalem Post-Metal.

Dabei machen Sannhet es einem absichtlich schwer, sie musikalisch oder geographisch einzuordnen. Ganz schön clever, sich als US-amerikanische Band nach dem norwegischen Wort für Wahrheit zu benennen – Skandinavien ist als Referenzpunkt in Metal- und Postrockkreisen immer eine gute Wahl. Nicht weniger obskur ist, welche Breitengrade die Band klanglich bevölkert, so vage wie auf Revisionist die Genrebezüge zwischen den beiden Polen Metal und Postrock angeschnitten, aufgenommen und wieder fallen gelassen werden. Post-Black-Metal, Shoegaze, Grindcore, … die Vokabelliste ist üppig, und Sannhet haben sie wie ein Klassenstreber perfekt auswendig gelernt. Die Rohheit allerdings, mit der die Band sich an den verschiedenen Spielarten des Metal abarbeitet, spricht eine andere Sprache: Da legt das Schlagzeug mal ein hämmerndes Blastbeat-Monster, mal einen drückenden Sludge-Groove als Fundament, auf dem sich Gitarrenberge türmen. Wer sich bislang nur an die Vorabsingle Revisionist gewagt hat, sollte sich dann auch warm anziehen: Solche, offensichtlich am Postrock gediehenen Strukturen bilden nicht zwingend das Grundgerüst des zweiten Albums der New Yorker. Wer sich musikalisch bei Pelican, Russian Circles und den leider viel zu früh aufgelösten Omega Massif wohl fühlt, darf hier allerdings blind zugreifen. Und obwohl sie aus den gleichen Zirkeln stammen, ist der unterkühlte Brutalismus von Liturgy zum Glück nur in Spuren vertreten. Sannhet geben sich medial zwar ähnlich unnahbar, schaffen es aber trotzdem etwas mehr Menschlichkeit auf Revisionist zu zeigen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 10.0/12

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