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Death Cab For Cutie - Kintsugi

Kintsugi
  • VÖ: 27.03.2015
  • Label: Atlantic Records

Leserbewertung: 5.0/12

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Kommentare (1)

Avatar von Underhill Underhill 27.06.2015 | 12:33

So schwer es fällt, das über eine so großartige Band zu sagen: Der Abstieg von Death Cab for Cutie geht weiter. Natürlich ist 'Kintsugi' nicht schlecht, genau so wenig, wie die beiden Vorgängeralben 'Narrow Stairs' (2008) und 'Codes and Keys' (2011) schlecht waren. Doch wie schon bei den beiden letzten Werken, ist auch bei diesem hier nicht viel mehr herausgekommen als Routinearbeit einer Band, die weiß was sie kann.

Oder konnte. Mit 'Transatlanticism' (2003) und 'Plans' (2005) hat die Band zwei Alben von einer klanglichen Reinheit und Schönheit geschaffen, von musikalischer Höchstklasse und emotionaler Tiefe, die sie heute mit Mühe aufrechtzuerhalten versuchen. Nur haben sie keine zupackende Kraft mehr, was auch daran liegt, dass der artifizielle Klang der Band seit einigen Jahren mehr nach Studiotüftelei denn nach Songwriting klingt. Nehmen wir hier doch kurz eine Akustikgitarre rein, dort ein paar Drumsamples, da eine hintergründige Synthiefläche. Es sind vielmehr kunsthandwerkliche Songkonstruktionen als beseelte Songs.

Natürlich waren Death Cab for Cutie immer schon eine Studioband, und das hat sie auch ausgezeichnet. Die Stimmung, die Chris Walla und Band etwa auf 'Plans' klanglich erzeugt haben, ist meisterhaft. Der Sound heute erinnert noch an diese Größe, aber ihm ist die Magie abhandengekommen und es verbleiben allein solide Indie-Stücke, die vielleicht sogar gefallen. 'Little Wanderer', 'El Dorado', 'Good Help (Is So Hard To Find)' und 'Ingenue' sind klasse Songs, 'No Room In Frame' ist gar ein Stück, das an die alte Klasse heranreicht, aber als Opener völlig falsche Hoffnungen weckt. Das dann folgende "Black Sun" kommt so träge daher, dass selbst ein Rasenmäher mehr Fahrt aufzunehmen versteht, und so wechseln sich zusammenhangslos banale bis gute, berechnet arrangierte Produktionen ab, die einen Death Cab for Cutie-Fan enttäuschen müssen und schlafende Hunde nicht zu wecken vermögen.
Letztendlich haben wir es hier mit dem schwächsten Album einer Band zu tun, die mit dem Ausstieg von Chris Walla eigentlich nicht mehr tragfähig ist, wenn sie sich nicht völlig neu erfindet.

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