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0 Autor: Stefan Reuter

Siena Root - Pioneers

Pioneers

Pionierarbeit wird hier ganz bestimmt nicht geleistet. Wer aber durch die (richtige) elterliche Plattensammlung sozialisiert wurde, wird sich auf "Pioneers" direkt wohlfühlen.

Wie wir alle wissen, können die Schweden nicht nur hervorragenden (Indie-)Pop und Garagenrock, sondern auch aus den 70ern importierten Rock. Graveyard, Horisont und Witchcraft sind vielleicht die bekanntesten ihrer Art, Siena Root hingegen genießen bisher nur unter Kennern des Genres ihren guten Ruf. Dabei tourt dieses Kollektiv aus Stockholm in wechselnder Besetzung seit Ende der 90er munter durch die Clubs und Jugendhäuser. Insofern sind sie schon eine Art Vorreiter, wie sie im bluesigen Titelsong ihres fünften Studioalbums betonen: "I said no foolin’ with the Root Rock Pioneers!" Während Orgel und Gitarre sich gegenseitig immer weiter anstacheln, bleiben Bass und Schlagzeug zunächst im Hintergrund und galoppieren dann doch nach vorne. "Between The Lines" macht den Schnelldurchgang durch die Rock'n'Roll-Hall-Of-Fame und liefert textlich zugleich Standortbestimmung und Huldigung der Vorbilder: "Same song heard with different words/ The song remains the same no matter what you heard." Den knackigen Refrain von "Spiral Trip" mit seinem "Uhhhuuu" darf man affig finden – oder einfach mitmachen. Überhaupt sollte man Siena Root für ihre neue Kompaktheit dankbar sein, war der Vorgänger "Different Realities" doch sehr zugeräuchert. Psychedelisch – wenn auch ohne Sitar – geht es immer noch zu, und gerade die zehnminütige Doors-Hommage "In My Kitchen" überzeugt als Jam-Session. "Come into my kitchen/ And I show you who I really am." – wer seine Musik mit Bart mag, sollte dieser Einladung folgen.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 11.0/12

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