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Witchrider - Unmountable Stairs

Unmountable Stairs

Vier-Ohren-Test

"Unmountable Stairs" – Witchrider wissen um die Größe der Fußstapfen, in die sie mit ihrem Debütalbum treten wollen. Wer so offensichtlich großen Vorbildern nacheifert, tut gut daran, sich in Understatement zu üben. Davon abgesehen ist es eine Binsenweisheit, dass man beim Covern eine Menge über Funktionsweise und Struktur großartiger Songs lernen kann. Witchrider haben ihre Lektionen beim Spielen von Foo-Fighters- und Nirvana-Songs in verschiedenen Tribute-Bands gelernt. Sie waren aufmerksame Schüler, bevor sie sich als Witchrider zusammengetan haben. Trotzdem erweisen sich die Vier aus der Steiermark als mehr denn clevere und versierte Kopisten, die mit einem Händchen für gutes Songwriting gesegnet sind. Der Album-Opener "OCD" ist ein Instant-Hit, und der Titelsong oder "One For Five" klingen wie Fundstücke aus einer bisher nicht veröffentlichten Desert Session – dazu passt, dass die Band zunächst Desert Mountain heißen sollte. Immer wieder gelingt es Witchrider, ihre Songs in große und eingängige Refrains aufgehen zu lassen, die über eine lange Halbwertszeit verfügen, wenn Sänger Daniel Dorninger im Falsett bleibt und seine Vocals nicht zwischen den Stimmbändern hindurchpresst. Einziges Manko von Unmountable Stairs: Eine klarere Produktion hätte der Platte gut getan. Eine, die den einzelnen Instrumenten untereinander mehr Luft zum Atmen verschafft, und die damit einige Tracks ein gutes Stück nach vorne gebracht hätte.
9/12 florian schneider

Vergesst die Fußstapfen. Eine Band wie Witchrider sollte es nicht nötig haben, die Ehrenrunde im Stoner-Rock-LK zu drehen. Nichts gegen die vier jungen Österreicher – aber die ganze Vorstellung ist einfach irreführend. Funktionsweise und Struktur großartiger Songs? Lektionen in Tribute-Bands? Versierte Kopisten? Leute, da könnt ihr auch gleich eine Lehre als Feinblechner machen und in drei bis fünf Jahren mal zaghaft anklopfen, wie es mit der Gehaltserhöhung aussieht. Rock’n’Roll ist das Metier von Amateuren, und "Unmountable Stairs" klingt eindeutig so, als hätten Witchrider mit Üben schon genug Zeit verplempert. Die Band hat den richtigen Sänger, den richtigen Gitarrensound, und sie hat sogar den richtigen Swagger – stellenweise. Doch statt jetzt mit wirklich eigenen Ideen aus der Hinterhand zu kommen, schnallen sich Witchrider freiwillig die alten Kokons ihrer Vorbilder um und warten, dass Queens Of The Stone Age und all die anderen in den Ruhestand gehen. "Five To One" mag wirklich ein Doors-Song gewesen sein, aber wer in einem klasse Stück wie "One For Five" extra noch mal tote Hippies erwähnt, hat wahrscheinlich Daddy-Issues. Wie tragisch wäre das denn auch überhaupt, wenn Witchrider jetzt schon auf die pure Muckerschiene einschwenken würden, anstatt ihre eigene Komfortzone zu torpedieren? Und noch ein abschließendes Wort zur Produktion: die ist schon klar genug, auf die dünnbrüstige Art.
5/12 markus hockenbrink

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