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0 Autor: Daniel Welsch

Run The Jewels - RTJ2

RTJ2

Wie dreht man die Fortsetzung zu einem erfolgreichen Actionfilm? Noch mehr Explosionen und schweißtreibende Verfolgungsjagden, hochkarätig besetzte Nebenrollen und ein Plot, der der Handlung des Vorgängers etwas mehr Tiefe verleiht.

So kann man das zweite Album von Killer Mike und El-P zusammenfassen, denn "Run The Jewels 2" unterscheidet sich nicht grundlegend vom Vorgänger. Erneut steht der Spaß im Vordergrund, erneut lautet die wichtigste Message des Duos: Wir sind die Größten! Jeder potenzielle Gegner wird mit technisch und lyrisch anspruchsvollen Punchline-Salven bedacht, deren Boshaftigkeit nur von ihrer Skurrilität übertroffen wird. Auf mögliche Kollateralschäden wird keine Rücksicht genommen: "And even if some good ones die/ Fuck it, the Lord’ll sort 'em." Während sich Run The Jewels noch fast vollständig auf die besondere Chemie der beiden MCs verließ, weist der Nachfolger eine beachtliche Liste namhafter Nebendarsteller auf: Zack De La Rocha von Rage Against The Machine steuert einen mit popkulturellen Anspielungen gespickten Vers und die Hook zu "Close Your Eyes (And Count To Fuck)" bei, Travis Barker (Blink-182) mimt bei "All Due Respect" die Ein-Mann-Marching-Band und das abschließende "Angel Duster" wird von einem jazzigen Klaviersolo des kürzlich verstorbenen Ikey Owens (Jack White, The Mars Volta) veredelt. Der großartige Beitrag der Südstaaten-Rapperin Gangsta Boo, die der versauten Macho-Hymne "Love Again (Akinyele Back)" eine clevere Wendung gibt und die Geschlechterrollen vertauscht, ist leider nicht auf der physischen Version enthalten. Aber wer will schon meckern, wenn das beste Rapalbum des Jahres als kostenloser Download erscheint?

Bewertung: 10/12

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