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0 Autor: Britta Helm

Fugazi - First Demo

First Demo

Nichts mit rohen Anfängen oder Legendengeburt. Auf ihren allerersten Aufnahmen sind Fugazi schon richtig fertig mit sich und der Welt.

Immerhin muss niemand so tun, als würde es Spaß machen, sich durch halbgares Geschrammel und mies abgemischtes Gebrüll zu hören, nur um zu verstehen, wie daraus mal eine große Band werden konnte. Fugazi sind auf "First Demo", das sie ursprünglich 1988 aufgenommen und als kostenlose Kassette auf Konzerten verteilt haben, genau die Band, die sie danach zehn Jahre blieben. Rau, aber zugänglich. Punkig, postpunkig, aber hörbar. Natürlich haben sie die Aufnahmen vernünftig mastern lassen und mit "Turn Off Your Guns" einen Song dazugepackt, der bisher wirklich noch nirgendwo sonst zu hören war, obwohl er das bei aller fähigen Konkurrenz längst verdient hätte. Insgesamt funktioniert "First Demo" aber eher als angenehme Erinnerung an eine Band denn als Zeitzeuge, dafür waren Fugazi auch nach nur zehn gemeinsamen Auftritten schon zu perfekt. Wer wahlweise die ersten beiden EPs oder das Sammelalbum "13 Songs" und dazu vielleicht noch "Repeater" zu Hause hat, kann natürlich Details vergleichen, wird dabei aber höchstens merken, dass "Waiting Room" auch in fünf Sekunden länger, minimal weniger tight und marginal schroffer schon ein perfekter Song war, und danach immer noch nicht wissen, wie sie das gemacht haben. Offiziell läuft das Demo, das man 2014 als kostenpflichtige CD oder Vinyl mit Download-Code bekommt, trotzdem als Abschluss der "Fugazi Live Series", mit der sich die Band seit einigen Jahren bemüht, ein fast vollständiges Archiv an Live-Aufnahmen ins Internet zu stellen. Für Punk-Historiker dürften die immer noch interessanter sein.

Leserbewertung: 9.0/12

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