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0 Autor: Britta Helm

Gates - Bloom & Breathe

Bloom & Breathe

Die geliebten Verlierer dieser Welt haben neue Hymnen. Man muss sich nur entscheiden, ob man sich zum ausschweifenden Gefühlsrock von Gates zu ihnen stellt.

Wobei es mit Stehen natürlich so gar nicht getan ist, wenn Bands wie diese sich in unmittelbarer Nähe ausschütten. Die Füße in den alten Turnschuhen bewegen sich zwar nicht, dafür schüttelt und biegt sich alles darüber gen Bühne, nach der auch die eine Hand greift, während die andere das Herz in der Brust festhält, damit es nicht springt. Die Augen gehen vor lauter Emotionen gar nicht mehr auf. Es gibt genug Bands, zu denen sich so feierlich leiden lässt. Nicht erst seit der Posthardcore den Hardcore immer weiter abschüttelt, ohne sich dabei auch innerlich zu beruhigen, aber Platz für Gates ist trotzdem noch. 13 Songs hat die Band aus New Brunswick für ihr erstes Album geschrieben, die allesamt dichter und großartiger und besser produziert sind als noch die beiden EPs davor. Kevin Dye brüllt sich irgendwo zwischen The Appleseed Cast und Able Baker Fox durch dramatisch zusammenstoßende Gitarren, um dann wieder ganz weich zur gezupften Melodie zu singen oder über ein clever hüpfendes Indie-Schlagzeug zu hauchen, als wäre Jim Adkins die Luft ausgegangen. Um Reue geht es ihm dabei, mal auch um Hoffnung, aber vor allem um alles, was er verloren hat und jetzt noch verliert. Grandios ist das, solange man selbst gerade nicht alles im Griff hat und zwischen Ausbrüchen und Melancholie sowas wie Anschluss findet. Wer sich allerdings stark fühlt, dem gehen schwächere Momente, in denen Dye tiefsinnige Teenager-Weisheiten à la "We all die longing to feel alive" in die Welt weint, auch mal auf die Nerven.

Bewertung: 8/12

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