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0 Autor: Matthias Möde

Prawn - Kingfisher

Kingfisher

Die Band, die Emo-Punks und Postrocker euphorisch vereint, veröffentlicht ihr erstes richtiges Album bei Topshelf.

Die 2007 in New Jersey gegründete Band brachte ihre ersten beiden EPs und ihr Debütalbum "You Can Just Leave It All" (Sommer 2011) auf eigene Faust heraus. Vielleicht blieb Prawn zwischen all den Touren einfach zu wenig Zeit, um nach einem Label für ihren prägenden, damals noch krachigen Sound zwischen melodiösem Emo- und hallendem Postrock zu suchen. Schließlich kam Topshelf auf die Band zu, brachte "You Can Just Leave It All" im Winter 2011 auf Vinyl heraus und bot Prawn eine Labelheimat. 2012 folgte das grandiose Sechs-Track-Minialbum "Ships", das den aufgeregten Emo-Postrock-Sound Prawns manifestierte und dabei auf angenehme Weise etwas aufgeräumter klang als noch das Debüt. Mit "Kingfisher" drückt das Quintett nun etwas weniger auf die Tube als noch mit den quasi durchweg jubelnden Songs von Ships. Die Euphoriebremse treten Prawn 2014 aber nicht. "Kingfisher" geht mit Songs wie dem wunderbaren "Old Souls" oder "Absurd Walls" zwar etwas besonnener zu Werke, setzt aber auf die gleichen Markenzeichen: glitzernde Indie-Emo-Gitarrenläufe, hallende Postrock-Gitarren, herrliche Bläsereinschübe, dynamische Rhythmen und das Sing-Rufen von Tony Clark. Die zehn Songs von "Kingfisher" sind weder ausschweifend lang, noch besonders kurz, im Durchschnitt vier Minuten lang und sie sprudeln– zumindest musikalisch – vor Freude. Das unterscheidet Prawn von den Wave-Hardcore-Bands wie Pianos Become The Teeth, die ebenfalls auf Postrock-Gitarren zurückgreifen, dabei aber düster(er) klingen. Prawns Songs klingen, als würden sie ein Eigenleben entwickeln und ihre Schöpfer einfach mit durch die Luft wirbeln. Ein großer Spaß für alle Seiten.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 11.0/12

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