Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Markus Hockenbrink

Body/Head - Coming Apart

Coming Apart

Immer wenn man das Bedürfnis hat, Kim Gordons neues Album nicht auf ihre Trennung von Thurston Moore zu beziehen, schlägt sie einem genau das vor. Alle anderen sind herzlich dazu eingeladen, sich auch so scheiße zu fühlen.

Wenn eine Band namens Body/Head eine Platte namens "Coming Apart" veröffentlicht, ist schwarzer Humor am Werk, der akademischen Anforderungen genügt. Kim Gordon gehört zu den üblichen Verdächtigen. Kürzlich erst erwähnte sie Details zum Ende ihrer Musterehe, die zuletzt vor allem von Fanboys mitgeführt wurde, die entweder wenig Spaß an ihrem eigenen Leben haben oder sich nicht genügend darüber freuen, dass Patrick Wolf immer noch denselben Freund hat. "Coming Apart" beginnt mit einer wenig textlastigen Litanei namens "I Can Only Think Of You In Abstract", die sich im Nachhinein als zugänglichste Nummer herausstellt, der Rest des Albums bleibt zumindest den Songtiteln nach spannend: "Frontal, Last Mistress" und "Murderess" klingen wie Notizen zu einem angekündigten Amoklauf, wahrscheinlich ist Gordon darüber aber schon hinweg. Für den Hörer ist es nicht ganz so einfach. Die Sängerin und ihr Mitstreiter Bill Nace tischen ein karges Mahl auf, das zwischen ellenlangem Gitarrenfeedback und allerhöchstens angerissenen Songideen Kim Gordons gehäckselte Stimme in den Vordergrund stellt und den Begriff No Wave mit neuem Sinn füllt. Sonic-Youth-Fans erkennen beim Blinzeln das Gerüst von Sonic-Youth-Songs, nur haben sich die Bauarbeiter allesamt schon vor Feierabend verdrückt. Das übrig gebliebene Gerippe klingt einmal pro Jahr gut genug, um sich in die Drogenpsychose seines Nachbarkindes hineinzuversetzen, ansonsten ist mindestens eine Kunstausstellung nötig.

Noiserock
Avantgarde

Besser hören:
Thurston Moore
"Psychic Hearts"

Von Spar
"Von Spar"

Bewertung: 4/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.