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Kadavar - Abra Kadavar

Abra Kadavar
  • VÖ: 12.04.2013
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 241

Die hippste Metalband seit Liturgy entsteigt ihrer Zeitmaschine und guckt sich die Gegenwart an.

Zunächst wirken Kadavar dabei wie Arnold Schwarzenegger am Anfang der "Terminator"-Filme, nur dass sie halt Rüschenhemden und Walrossbärte tragen – alles schwer zu glauben, aber auch alles ganz harmlos, eigentlich. "Come Back Life" eröffnet das zweite Kadavar-Album und mutmaßliche nächste Kapitel in ihrer Überraschungserfolgsgeschichte (mehrere ausverkaufte Auflagen vom Vinyl-Only-Debüt, Lob von hier bis Texas) mit einer weiteren Überraschung: Die Produktion ist diesmal deutlich moderner, der Sound nur noch auf der Bassspur so trocken wie letztes Jahr. Der Break nach zweieinhalb Minuten könnte dann aber kaum kadavariger sein, selbst wenn er nicht an den Moment erinnern würde, in dem Franz Ferdinand ihrem "Take Me Out" damals den Hals umgedreht haben. Danach prescht und galoppiert "Abra Kadavar" wie eine Vollversion seines Vorgängers, tighter, ausgefüllter im Sound und gebieterisch gesungen von Christoph Lindemann. Das Songwriting greift auf die Tricks des Debüts zurück, aber das ist okay bei einer Band, deren Debüt schon auf die Tricks von 40 Jahren Metal und Heavyrock zurückgriff. Kadavars Stärke ist ohnehin die Transferleistung, mit der sie Black Sabbath, Pentagram und Hawkwind in Lieder übersetzen, auf denen eigentlich mehr Staub liegen müsste. Die Band erfüllt damit das Soll und die Erwartungen der paartausend "Kadavar"-Käufer sowieso. Nur der Vollständigkeit halber erwähnen wir also noch, was neu ist: das Spacerock-Rauschen von "Rhythm For Endless Minds", die nachbearbeiteten Vocals im gleichen Stück und eine "Child In Time"-Orgel in "Liquid Dream".

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.7/12

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