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0 Autor: Britta Helm

Bleached - Ride Your Heart

Ride Your Heart

Diesen Sommer noch keine Bande gebildet? Die Mika-Miko-Schwestern stellen Strand-Rock’n’Roll, Roadtrip-Harmonien und coole Sonnenbrillen für alle.

Drei Jahre nach dem Ende ihrer Schrammelpunk-Band sind Jennifer und Jessie Clavin nur noch zu zweit, tragen von der kalifornischen Sonne gebleichte Haare, Shorts und Strahlelächeln, aber nicht für jeden. „When you see me on the street/ Don’t try and stop me/ Cause I’m already dreaming without you“. Das unkomplizierte Garagengefühl haben sie sich bewahrt, aber sie nehmen es jetzt mit auf Spritztouren über die Strandpromenade. Fahren muss irgendein Nachbarskind, die Bleached-Schwestern lehnen sich flatternd aus den Fenstern und singen dabei so süß im Chor, als hätten die "Virgin Suicides" lange genug gelebt, um frische Luft um die Nase und Sand zwischen die Zehen zu bekommen. Romantisch ist "Ride Your Heart", bedingt, denn natürlich singen die Clavins von der Liebe, vor allem der vergangenen, aber sie tun das so sicher und beiläufig und vage, als hätten sie die Namen der Verflossenen sowieso längst vergessen. So zeitlose Songs hat eh kein Mensch alleine verdient, schon gar keiner, mit dem man nicht Blut-und-Spucke-Geschwisterschaft geschlossen hat, dafür wären die schwerelosen Stimmen und einhändig ausgeschüttelten Gitarren viel zu schade. Dabei ist es gar nicht so, dass die gute halbe Stunde flotter Hey-Ho-Rhythmen und entspannt lächelnder Melodien darüber nur in Freundschaftszusammenhänge passt. Wer beispielsweise vorhat, auf irgendeinem Festival irgendwen in irgendein Zelt zu legen, muss eigentlich nur kurz mit dem Titelsong auf die fremde Schulter tippen und hat ziemlich sicher schon gewonnen.

Bewertung: 9/12

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