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0 Autor: Daniel Matuschke

The World Is A Beautiful Place & I Am No Longer Afraid To Die - Whenever, If Ever

Whenever, If Ever

Was in der halben Stunde von "Whenever, If Ever" passiert, macht The World Is A Beautiful Place aus Willimantic/Connecticut zur aufregendsten Emoband der Stunde.

Schon in "Heartbeat In The Brain" steht das Verhältnis zwischen der Anzahl von Musikern und der Verwüstungsbilanz des Songs Kopf: Den acht Mitgliedern von The World Is A Beautiful Place gelingt es, zwischen Indie, Emo, Screamo und Postrock Ordnung zu halten. David Bellos Stimme setzt so gekonnt über zitternden Gitarren ein, dass Modest Mouse sich in die Finger beißen würden. Keiner der zehn anderen Songs erzwingt einen solchen Triumph, er reicht aber auch keinem aus. "Whenever, If Ever" nutzt jede Minute, um seinen Emo-Ausgangspukt in viele Richtungen weiterzudenken. Dabei stehen The World Is A Beautiful Place auch dann nicht wie die größten Schlaumeier da, wenn sie – wie in "Picture Of A Tree That Doesn’t Look Okay" – unerwartete Twinkle-Gitarren- und Rhythmus-Entscheidungen treffen. Im Gegenteil: Es ist ehrenwert, dass die Band uns für ihren bescheuerten Namen mit besonderen Songs entschädigt. Erstaunlich außerdem, dass es ihnen dabei gelingt, die Trompete in "Frightboat" zur endgültig akzeptablen Coolness-Garantie-Ablösung der jüngsten Emopunk-Generation werden zu lassen und dem Stadionrock mit dem Schlagzeug von Ultimate Steve ein Bein zu stellen. Das Album anschließend mit dem Satz „Now it’s just Rival Schools and Mewithoutyou on our car rides“ zu beenden, wäre sicher keine schlechte Entscheidung gewesen. The World Is A Beautiful Place schicken mit "Getting Sodas" aber noch einen siebenminütigen Song mit Lead-Bass, Cello, einem wippenden Keyboard und wärmenden Erkenntnissen hinterher, der sie als detailverliebte Alleskönner enttarnt.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.3/12

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