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0 Autor: Martin Iordanidis

The Flying Eyes - Lowlands

Lowlands

Die Zeitschaltuhr der Flying Eyes umfasst das musikalische Jahrzehnt zwischen 1965 und 1975, Soundregler von Jefferson Airplane und Black Sabbath bestimmen das Armaturenbrett. Dabei bleibt es aber nicht.

Ihren Bandnamen hat das Quartett aus Baltimore J. Hunter Hollys gleichnamigem Science Fiction-Roman von 1963 entliehen. Wie ein Happening neugieriger Beatniks am Vorabend der 60s-Psychedelic wirken auch weite Teile von "Lowlands". "Long Gone" belässt es nicht bei der Rezitation des frühen Iommi-Riffings, das wäre der (immer noch sehr jungen) Band um Sänger William Kelly nämlich zu profan. Ein spukiges Mellotron drückt eine Dosis Psychedelia in den Sound und unterstreicht, wie eifrig The Flying Eyes die 40 Jahre alte Primärliteratur des Stoner Rock studiert haben. "Under Iron Feet" setzt die sphärischen Ausflüge mit effektbeladenen Gitarren fort und eskaliert mit schmierigen Gitarrensolos. The Flying Eyes auf einem Festival mit Retro-Teams wie Okta Logue und Noiserockern wie Ventura? Das würde super funktionieren, wenn auch bislang nur theoretisch. Wirklich interessant wird "Lowlands", wenn die Band ihr musikalisches Referenzsystem aus Stoner und Psychedelic Rock in Richtung kunstvoll geschwärzter Indiesounds verlässt. "Smile" transportiert die düstere Geisteshaltung des Grunge dabei in Wort und Bild, wenn Kelly singt: "You try to fix me/ But I'm alright / I'm broke, I know/ To your delight." Ihre Trips verpacken The Flying Eyes in schlüssige Songs, die in erstaunlichen vier bis fünf Minuten eine Menge zu erzählen haben. Falls die ambitionierten Retrorocker mal opulentere Vocals und mehrstimmige Spoiler für sich entdecken, kann aus dem alten Schwarzweiß-TV sicher noch großes Pink-Floyd-Kino werden.

Bewertung: 8/12

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