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Kanye West - Yeezus

Yeezus

Kanye West entdeckt mit "Yeezus" den Minimalismus. Bei ihm klingt er groß (natürlich), teuer (natürlich) und geil (natürlich).

All das war als Reaktion auf "Watch The Throne" zu erwarten, nicht aber, wie harsch und kaputt das sechste Album von West ist. On Sight (mit Daft Punk im Skrillex-Kostüm) und "New Slaves" (mit Frank Ocean als Robocop-Crooner) werden ohne Vorwarnung von Oldschool-Soul-Ausschnitten unterbrochen, die klingen wie aus Smartphone-Lautsprechern abgespielt. "Blood On The Leaves" verbindet ein hochgepitchtes Nina-Simone-Sample mit runtergepitchten Fanfaren, die vielleicht mal Bläser waren. Und "I’m In It" zieht den Bass so tief durch den Dreck, dass man fast die größte Beleidigung des Albums verpasst (es geht um Oralsex mit Asiatinnen und Süßsauer-Soße, reden wir nicht drüber). Die zugehörige Zeile ergibt sich aus Yeezus’ zweiter wichtiger Eigenschaft: Anders als "Watch The Throne" und "My Beautiful Dark Twisted Fantasy" ist die Platte keine in sich geschlossene HipHop-Welt. Sie nimmt vorlieb mit der echten und begegnet ihr so giftig und genervt, dass es sehr gemein und oft auch lustig wird. Dabei hilft West, dass er nie besser gerappt hat: Die "Yeezus"-Texte sind voller ambitionierter Reim-Patterns, aber zugleich direkt und erdig genug, um ihre Ankunft beim gewünschten Adressaten zu garantieren. Bester Diss: „Fuck you and your Hampton house/ I fucked your Hampton spouse.“ Bester Schnöselmoment: „Hurry up with my damn croissants.“ Bestes Tagteam: Bon Ivers Justin Vernon und Drill-Rap-Sergeant Chief Keef featuring Autotune in der Trance-Sinfonie "Hold My Liquor". Größte Hoffnung: dass Blue Ivy Carter-Knowles und Yeezus Kardashian-West in 30 Jahren ein HipHop-Superbaby machen und es Daniel nennen.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 9.8/12

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