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0 Autor: Flo Hayler

August Burns Red - Rescue & Restore

Rescue & Restore

Stünde in Manheim/Pennsylvania auch eine Pop-Akademie, wären August Burns Red gern gesehene Gast-Dozenten.

Zehn Jahre nach ihrer Gründung an der örtlichen Highschool trotzen August Burns Red dem spürbar abflauenden Interesse an mit Breaks durchsetztem Metalcore und erweitern ihre Spielwiese, die sie mit dem vorangegangenen Album "Leveler" (2011) bis nach Lateinamerika verlegt hatten. Überraschte das adrett frisierte Quintett seinerzeit noch mit Salsa-, Akustik- und Indie-Anleihen, geht es nun Klassik und Folk an den Kragen. Sollte in Zukunft also jemand behaupten, aus Doublebass und Harfe kann man genauso wenig einen Hit bauen wie aus einem mit Streichern unterlegten Brechreiz, dann kann man ihm mit diesem Album schön das Maul stopfen. Apropos. Vielleicht verstummt nach "Rescue & Restore" auch endgültig der tapfere Chor der Szene-Security, die dem semistreng gläubigen Ensemble nicht nur gerne das Kreuz umdrehen, sondern für den Flirt mit Marken und Mainstream am liebsten ein „Verkauft“-Schild um den nimmersatten Hals hängen würde. Der Band selbst ist das egal. Sie veröffentlicht weiter ihre Alben, die sie im Zweijahrestakt fest an Bord von Veranstaltungen wie der Warped- oder der Impericon-Never-Say-Die-Tour verankert. Eine gute Gelegenheit, um von dort aus die Trends zu studieren, die sie mit dem nächsten Album zu Grabe tragen können. Damit outen sich August Burns Red nicht nur als smarte Strategen, sondern machen deutlich, dass sie neben musikalischer Finesse auch genügend Intelligenz besitzen, um sich nicht vom eigenen Genre überrollen zu lassen. Wäre Manheim nicht so weit weg, könnte man sich ruhig für ein Semester einschreiben.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 11.5/12

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