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0 Autor: Frederik Tebbe

City Light Thief - Vacilando

Vacilando

City Light Thief wollten nicht ankommen und haben es doch getan. "Vacilando" markiert den vorläufigen Höhepunkt einer Band, auf der alle Augen ruhen sollten.

Eine kurze Erklärung vorweg: Ein "Vacilando" ist jemand, der ohne Ziel unterwegs ist und um des Reisens Willen reist. Auf ihrem Weg ohne Ziel sind City Light Thief nun eine Spur erwachsener, intelligenter und dreckiger als auf dem Debüt "Laviin" vor zwei Jahren. Dabei büßen sie jedoch kein Stück an Eingängigkeit ein. Weiterhin setzt die Band auf Posthardcore, der sich im Detail auch gern an Indierock und -pop reibt, ohne anbiedernd zu sein. Dabei brennen emotionale Feuerwerke nieder, deren schönste Raketen so wundervolle Namen tragen wie "Makel", "In Full Swing", "Helicopter Youth" oder "Panica" und Funken versprühen, in die man starren will, bis man blind wird. Wenn Benjamin Mirtschins Stimme beispielsweise in der zweiten Hälfte von "In Full Swing" Haken schlägt, bemerkt man den Schritt nach vorn, den das Sextett in den letzten Jahren gemacht hat. City Light Thief haben mit "Vacilando" etwas Wunderschönes, in sich Zerrissenes erschaffen, das gleichermaßen chaotisch wie eingängig und ängstlich wie erwachsen ist. Es ist aufputschend und es ist wütend und klingt eben so, wie sich ein Vacilando anhören muss. Manche Grundideen hätten hier auch von gut aufgelegten Brand New und späten Thrice kommen können, nur wurden sie von City Light Thief ausgearbeitet – und das ist unglaublich viel wert. Denn was nach 45 Minuten und den endlosen Monologen in "Cloudburst-Torrent" bleibt, sind Gänsehaut und tränende Augen. Eine Platte, um sich selbst zu verlieren. Nach ihr weiß man, was es heißt, Vacilando zu sein.

Bewertung: 9/12

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