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0 Autor: Britta Helm

Lemuria - The Distance Is So Big

The Distance Is So Big

Emopop für Aufpasser. Lemuria sind zwar schön genug für die jüngeren Wellen des weichen Indie, aber zu klug, um sich einfach darin treiben zu lassen.

Wenn sie sich selbst nicht so wichtig nehmen würden, dann könnte das dritte Album der Drei aus Buffalo einfach klingen wie eine freundliche Neuauflage der Weakerthans mit doppeltem Gesang und pastelligen Bildern drum herum, bei dem es nicht ganz so schlimm wäre, wenn man es im Maisfeld liegen ließe. Nur reicht ihnen das eben nicht. Deshalb haben Schlagzeuger und Sänger Alex Kerns, Gitarristin und Sängerin Sheena Ozzella und Bassist Max Gregor lauter gute Ideen in "The Distance Is So Big" gesteckt, die alle paar Meter neue Rhythmen erfinden, unerwartet laute Riffs in den gemütlichen Pop hauen und aus den zwei beteiligten Stimmen ganze Hände voll machen. Mal klingt Ozzella hell verkopft wie Rebekkamaria Anderson von Lampshade, mal nerdig verschnupft wie Kate Cooper von An Horse und mal so zuckerpunkig übermütig wie Stelle Maxwell von Cruiserweight. Hier trickst das Schlagzeug das eigentlich sanft triumphierende "Congratulations Sex" in Richtung Able Baker Fox aus, da stampft "Oahu, Hawaii" zwar relativ gerade durch den Indiepop, landet dann aber – wumms! – in einem Refrain zwischen Weezer und Dada, der nichts als die beiden Wörtern im Titel mit all ihren Vokalen im Kanon wiederholt, bis nicht mehr sicher ist, ob das überhaupt je Wörter waren. Dass Lemuria bei all ihren Sperenzchen so hörbar bleiben wie Dashboard Confessional und Now, Now zusammen, liegt daran, dass sie (und Punk-Produzent J. Robbins) ihre Songs damit nie sabotieren, sondern ihnen nur so viel zwischen die Beine werfen, dass sie schöner tanzen.

Bewertung: 9/12

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