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0 Autor: Flo Hayler

Integrity - Suicide Black Snake

Suicide Black Snake

Selbstmord ist unter Tieren eher selten. Wenn es doch so weit kommt, haben unsere treuen Begleiter meist Kummer oder ein gemeines Herrchen. Die suizidale Mamba von Integrity hat beides.

Natürlich können sich Tiere gar nicht umbringen. Sie können sich höchstens selbst opfern, indem sie Fressen und Trinken verweigern, vom Berg fallen oder sich nach dem Sex von der Braut verspeisen lassen. Integrity-Sänger Dwid Hellion hat dagegen keinen triftigen Grund, sich etwas anzutun, im Gegenteil: Seit fast einem Vierteljahrhundert ist das Schwergewicht in Army-Hosen ein nicht klein-, tot- oder kaputt zu kriegender Hardcore-Koloss, dem auch seine strangen Flirts mit religiösen Splittergruppen wie der satanistisch motivierten Process Church Of The Final Judgment oder fragwürdige Statements in Bezug auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht viel anhaben konnten. Seine Band ist dabei der verlängerte Arm von Hellions ganz spezieller Ideologie, die ihm im Kern vorgibt, sein künstlerisches Statement so nonkonformistisch wie möglich zu gestalten. Das gilt sowohl für Inhalt als auch Verpackung, die im Falle von "Suicide Black Snake" einzig und allein dazu dient, sein redundantes, aus Hardcore, Doom und Metal zusammengerührtes Klangbild aufzuhübschen. Hellion ist aber schlau oder frech genug, sein mangelndes kompositorisches Talent und das uninspirierte Geboller seiner Kapeiken unter seinen schützenden Schirm aus antikommerziellem Anspruch und absoluter Trendresistenz zu retten – egal, aus welcher Richtung der Shitstorm mal wieder wehen mag. Und wenn ihm doch mal einer zu blöd kommt, macht er einfach kurzen Prozess. So wie eine schwarze Mamba im Angesicht einer Ratte.

Bewertung: 5/12

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