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0 Autor: Daniel Gerhardt

Ariel Pink’s Haunted Graffiti - Mature Themes

Mature Themes

Zum ersten Mal in seiner Karriere sieht sich Ariel Pink mit Erwartungshaltungen konfrontiert. Auf "Mature Themes" bricht der Glampop-Zaubermann 13 Mal unterhaltsam darunter zusammen.

"Before Today" war 2010 das erste Album von Ariel Pink’s Haunted Graffiti, auf dem verhältnismäßige Klarheit herrschte, außerdem hatte es mit "Round And Round" einen Hit dabei, der klang, als hätte Beck seine Spät-90er-Soulfunk-Platte "Midnite Vultures" doch ernst gemeint. Die spannende Frage ist jetzt also, ob Pink diesen Achtungserfolg mit "Mature Themes" wiederholen oder gleich wieder abwürgen würde, und die lustige Antwort ist, dass er beides macht. "Mature Themes" ist ein Album mit Songs und weit entfernt von Pinks LoFi-Anfängen, aber es sind nicht die Songs darauf, die man sich erhofft hatte. Gleich der Opener "Kinski Assassin" klingt wie die Doors auf Pilzen, also wie die Doors, und auch der knurksige Soul und Glam danach macht sich eher über die beackerten Genres lustig, statt sich reinzufühlen. Nur für den letzten Song "Baby" gilt das nicht: Hier spielen Ariel Pink’s Haunted Graffiti eine obskure Blue-Eyed-Soul-Schnulze von Joe & Donnie Emerson nach; es ist das einzige Cover auf der Platte, aber auch der einzige Song, der sich nicht anhört, als würde er auf ein Coveralbum gehören. "Mature Themes" kann deshalb eine frustrierende Platte sein, auf der sich die Oberflächlichkeiten nur schwer von den Geistesblitzen unterscheiden lassen. Den lustlosen LoFi-Rückfall "Schnitzel Boogie" hätten zum Beispiel selbst Ween zu albern gefunden, in "Live It Up" ist dafür der Bass schon alleine so mühelos fluffig, dass man Hochzeitstorten damit anschneiden möchte. Aus dieser Schieflage kommt "Mature Themes" nie ganz raus. Pink dürfte seine Mission also erfüllt haben.

Bewertung: 7/12

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