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0 Autor: Christian Wiensgol

Frightened Rabbit - Pedestrian Verse

Pedestrian Verse

Größeres Label, größere Produktion, größere Songs. Frightened Rabbit greifen mit dem vierten Album vom Bürgersteig aus nach den Sternen.

Das mit den großen Songs konnten sie schon auf "The Midnight Organ Fight". Ihr zweites Album passte 2008 nicht nur zur Untermalung von Dramaserien und zum Anheizen vor Death Cab For Cutie, sondern ebenso in die Kneipe. Vielleicht eine exklusiv schottische Stärke. Frightened Rabbit hatten mit ihrem folklastigen Indie voller Gestik und Seitenhieben ihren Sound gefunden, und diesen auf dem Nachfolger "The Winter Of Mixed Drinks" lediglich perfektioniert. "Pedestrian Verse" macht nun einen Schritt nach vorn, vom ausgetretenen Pfad auf den Walk of Fame. Gehhilfe leisten Atlantic Records und Produzent Leo Abrahams. „Er“, sagen Frightened Rabbit, „brachte unsere Musik in Gefilde, die wir uns vorher nicht mal vorstellen konnten.“ Den Beweis tritt Scott Hutchison direkt im Opener "Acts Of Man" an, der als Klavierballade im Falsett beginnt und im Drumloop endet. „I am just like all the rest of them/ Sorry, selfish, trying to improve“. Die Selbstoffenbarungen gelingen ihm also noch. Und das mit dem Verbessern klappt auch. Abrahams bläst dabei nichts unnötig auf, sondern stellt der Band lediglich die Mittel zur Seite, um die volle Größe ihrer Songs zu entfalten. Hutchison breitet seine Arme noch weiter aus, behält dabei aber genug Fingerspitzengefühl, um seiner Fußgängerlyrik gerecht zu werden. Seine Refrains starten innere Spontanplots für ganze HBO-Serien, getragen vom Spannungsaufbau eines herausragenden Schlagzeugers und der Faszination für den Tod. Der lauert neuerdings an jeder Ecke. Nur die Kneipe ist dort nicht mehr zu finden. Da sind Frightened Rabbit nun eh zu groß für.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 9.5/12

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