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0 Autor: Martin Iordanidis

Intronaut - Habitual Levitations (Instilling Words With Tones)

Habitual Levitations (Instilling Words With Tones)

Nussknacker raus, Taktstock gespitzt. Mit dem Math-Metal-Diplom in der Tasche trauen die kalifornischen Nerds sich an ihre Gefühle ran. Damit treffen sie ins Herz, endlich.

Nicht, dass Missverständnisse aufkommen. Bei Intronaut wird es auch weiterhin Musik für intellektuelle Entdeckungsreisen zu hören geben. Als Prog-Alumni arbeiten sie mit furztrockenem Fusion-Schlagzeug, Antithesen zum Oberarm-Metal und einer Tendenz zur Verkopfung. Live wirkt das eine ganze Spur heftiger, und aus dem Spaß am Konzert hat auch "Habitual Levitations" gelernt. In "Eventual" und "Milk Leg" werfen sich Intronaut in wenige, kantige Hauptriffs, die länger als ein paar Takte dauern. Es darf getanzt werden, aber bitte mit Fingerzählen. Wenn "Habitual Levitations" auf diese Weise seine Lendenkraft erprobt, fühlen wir uns wie beim entspannten Jazzrock-Frühschoppen mit Baroness und nicken staunend dazu. Eine trunkene Ausnahme ist "Sore Sight For Eyes". Der Song torkelt wie Hulk durch die Tür und nimmt den Rahmen mit. Derart schöne Synthesen aus verkifftem Riffrock, gedehnten Grunge-Vocals und angezerrten Jazz-Pickings erinnern an Pat Dubars Gesang bei Mindfunk. Wer es kontrolliert und technoid braucht, wird auch auf Intronauts viertem Album bedient. "The Welding" verschweißt Korns Diebstähle beim HipHop-Fuhrpark mit wahnwitziger Gitarrenzauberei. In den 90ern waren Primus für diese Stilblüte zuständig, Intronaut kommen heute ohne Nasengesang und Käsewurstsalat aus. "Harmonomicon" steigt mit einem Solo auf dem Fretless Bass ein und balanciert mit großen Schritten über die Gänseblümchen hinweg, die Gitarrist Sascha Dunable auf dem Boden entdeckt. Die Intronauten drehen sich zum Glück auch mal weg vom Planeten Erde.

Bewertung: 8/12

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