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0 Autor: Markus Hockenbrink

Johnny Marr - The Messenger

The Messenger

Smith-Gitarrist und „Godlike Genius“ Johnny Marr klingt selbst auf seinem eigenen Album wie die Begleitband. Weil er dabei nicht nur bescheiden, sondern auch jung geblieben ist, überrascht die Platte mit heiterem Flair.

Manche Leute sind für die Jesus-Rolle geboren, andere eher als Johannes der Täufer. Während Monsieur Morrissey sicher in die erste Kategorie fällt, passt auf seinen ehemaligen Mitstreiter eher die zweite Beschreibung. Seit dem Ende der Smiths schaute Marr bei ungefähr 200 Musikerkollegen ins Studio, ohne sich dabei je unbeliebt zu machen. Modest Mouse adoptierten ihn zwischendurch sogar als Vollmitglied, andere Bands durften zumindest davon träumen. Als Visitenkarte lässt der Kumpeltyp gerne sein patentiert klimperndes Gitarrenspiel zurück, dem auch "The Messenger" auf ganzer Distanz huldigt. Das geht sogar so weit, dass man die kompletten zwölf Songs kopfnickend auf dem Perserteppich verfolgen kann, ohne ein einziges Wort wirklich mitzubekommen. Macht nichts, sagt "The Messenger", das vielleicht mit Ausnahme des etwas feisten "I Want The Heartbeat" sehr weit vom speckigen Veteranenrock entfernt ist, dem man in Marrs Alter ansonsten gerne anheim fällt. Stattdessen gibt es erstaunlich leichte, eingängige und mild hypnotisierende Töne, die von einer fettfreien Produktion auf zwanglose Art hübsch gemacht werden. Nebenbei und quasi im Nachhinein kann man auch noch einmal raushören, welchen Beitrag Marr für Modest Mouse, The Cribs und all seine anderen Spielgefährten geleistet hat. Einschlägige Soundmerkmale dieser Bands versammeln sich auch auf dieser Platte, sie an der gemeinsamen Quelle zu treffen sorgt für einen angenehmen Aha-Effekt.

Bewertung: 8/12

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