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0 Autor: Christian Wiensgol

Alkaline Trio - My Shame Is True

My Shame Is True

Kurz noch mal nachgehört: Jep, "My Shame Is True" ist das erste Album des Alkaline Trio seit "Good Mourning", das auf Anhieb überzeugen, ja sogar positiv überraschen kann.

Auch wenn Ehrfurcht oft verboten hat, das auszusprechen: Nicht alles auf den letzten drei Alben des Trios war überzeugend. Ob man sich nun an den vermehrten Gebrauch von Keyboards gewöhnt hat oder das Alkaline Trio die Spielereien nur nicht weitertreibt – "My Shame Is True" bleibt zunächst positiv überraschungsarm. Ab dem zweiten Durchlauf ist dann klar: So kompakt und hitdicht ging es seit Good Mourning nicht mehr zur Sache. Was mit dem Pop-Punk von "She Lied To The FBI" noch gefällig beginnt, erlangt gleich danach mit der Single "I Wanna Be A Warhol" Klassiker-Potenzial. „I wanna be a Warhol/ Displayed on your wall/ Hung up there staring back at you“. Da sind wieder diese Zeilen, für die Matt Skiba keine Originalitätspreise gewinnt, aber Fanherzen. Obligatorisch morbide wird er erst in "Kiss You To Death". Auf dem Cover schlägt sich das Selbstzerstörerische indes subtiler nieder: Die Zweirad-Rebellin scheint direkt von einer verschollenen Smiths-Single angefahren zu kommen. Hörbar Neues folgt mit "I, Pessimist", einem Punkbrecher aus der Feder des besten Zweitsängers im Punkrock. Dan Andrianos Stimme erhebt sich dann auch gleich mal wie nie zuvor, um gegen Gastsänger Tim McIlrath von Rise Against anzukommen. Geglättet werden die Wogen von Andriano selbst, der im folgenden "Only Love" seine wärmende Stimme neben ein Klavier stellt. Doch seine beste Gesangsleistung kommt erst kurz vor Schluss in Young Lovers. Da dazwischen auch Skiba immer auf der Höhe ist, steht fest: So gut war das Trio lange nicht mehr.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 10.0/12

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