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0 Autor: Stefan Layh

The Cult - Choice Of Weapon

Choice Of Weapon

Mit welchen Tricks es The Cult immer wieder gelingt, viel Seele in wenig Song zu füllen, können Ian Astbury und Billy Duffy wahrscheinlich selbst nicht erklären. Sie tun es einfach.

"Einfach" muss hier doppeldeutig verstanden werden. "Choice Of Weapon" ist alles andere als ein affektierter Kunstgriff aus komplizierten Kompositionen. Auch das neunte The-Cult-Album wirkt vom ersten Takt an zeitlos, dabei ist es nicht mehr und nicht weniger als eine leicht entflammbare Sammlung von Rock und Riffs. Mit Bob Rock und Chris Goss halfen laut Astbury "zwei der einflussreichsten und talentiertesten Produzenten" dabei, dass The Cult auch 2012 noch als lebendige Band aus Fleisch und Herzblut durchgehen. Wer biologisch begründete Zweifel daran hegte, ob Astbury kurz vor seinem 50. Geburtstag noch ein Biest wie "Choice Of Weapon" beherrschen könne, kann sie begraben: Die charakteristische Cult-Stimme packt gleich beim kernigen Einstieg "Honey From A Knife" fest zu und lässt nicht mehr los. Auch seine Kollegen hauen raus, was diese Band an drängendem Hardrock und Shoegaze abzuliefern hat. Schaurig-schön ist das traumwandelnde "Wilderness Now" mit Astburys nimmermüdem Mantra: "I can’t wake from this dream/ Death walks beside me/ A light shines bright behind me". "The Wolf" ist ein finsteres Viech, das The Cult nie ganz von der Kette lassen und hinter dessen funkelnden Augen etwas Bedrohliches zu lauern scheint. Daneben stehen mit "For The Animals", "Amnesia" oder "A Pale Horse" einige Standards, die "Choice Of Weapon" solide anschieben und eine Lektion aus knapp drei Dekaden mit The Cult unterstreichen: Ein schlüssiger Song mehr ist als die Summe seiner Töne.

Bewertung: 7/12
Leserbewertung: 8.0/12

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