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Arbouretum - Coming Out Of The Fog

Coming Out Of The Fog
  • VÖ: 25.01.2013
  • Label: Thrill Jockey/Rough Trade
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 239

„Folkmusik mit den Mitteln von Black Sabbath“: Die Schublade, die Jan Schwarzkamp für den Vorgänger "The Gathering" aufgezogen hat, passt auch zu "Coming Out Of The Fog".

Arbouretum kehren auf ihrem neuen Album lediglich noch stärker ihre hippiehafte Druiden-Seite hervor. Die Songs verknüpfen ihre spirituelle Erweckungslyrik vom Aufkommen eines neuen Zeitalters oder Entstehen und Vergehen stets mit stark metaphorischen Naturbildern von Meeren, Wüsten, Bäumen oder Nebel. Dazu brummt am Lagerfeuer die Doom-Gitarre so heavy, wie es Folk gerade noch zulässt. Gemeinsam mit dem leicht entrückten Gesang von Dave Heumann zieht einen diese auf geradezu magische Weise hypnotische Musik unaufhaltsam in das Album hinein wie in einen Schlund. 40 Minuten lang unterläuft der Band dabei kein Fehler. Nicht bei der Dramaturgie, die das Album mit den einzelnen Gitarrentönen von "The Long Night" behutsam eröffnet, einen dann nach 20 Sekunden beim ersten Gitarrenriff völlig gefangen nimmt und erst mit dem kontemplativen, Mantra-artigen Abschluss-Stück "Coming Out Of The Fog" wieder loslässt. Und nicht mit den Stücken, die abwechselnd schwelgen und sich wie in "World Split Open" in schweren Rockriffs ergehen und sich immer wieder lange psychedelische Gitarrensolos gönnen. Zwischen den Songs atmet das Album außerdem durch knisterndes Gitarren-Feedback, wie am Ende von "The Promise" oder mit dem elektronisch verfremdeten Didgeridoo, das im Fadeout von "All At Once", "The Turning Weather" die Gitarre bei Seite schiebt. Arbouretum verbinden so das Beste aus allen Welten: die tiefgehende Intensität des Drone, die warme Schwere des Doom und die rustikale Melancholie des Folk.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.6/12

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