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Harmful - Sick And Tired Of Being Sick And Tired

Sick And Tired Of Being Sick And Tired

Zum 20-jährigen Bestehen schenken sich Harmful ein gleichermaßen wüstes wie melodiöses neuntes Album. Und einen Schlagzeuger, der sich bei der Band aus Frankfurt am Main neu erfinden darf.

Nachdem Gründungsmitglied Nico Heimann 2012 die Drumsticks aus privaten Gründen bei Seite legte, trommelt nun ein gewisser Florian Weber bei Harmful – sonst Schlagzeuger der Sportfreunde Stiller und in Sachen Noise höchstens flüchtig durch seine unterirdische Bolzplatz-Heroes-Platte erprobt. Einen herausragenden Schlagzeuger macht auch "Sick And Tired Of Being Sick And Tired" nicht aus ihm, doch Weber scheint dem Trio neue Impulse gegeben zu haben: Zwischen wüsten Noise-Attacken und Verzerrer-umspielten Melodien pulsiert das Album förmlich, ist gleichzeitig heftiger und melodischer als seine Vorgänger und reizt die Dynamik-Skala nach Kräften aus. In "Ambition" zieht der Zerr-Bass von Chris Aidonopoulos so erbarmungslos nach vorn, dass Sänger Aren Emirze gar nichts anderes übrig bleibt, als im Refrain aggressiv loszubrüllen. Wenn er dann im Titelstück herrlich angepisst die Wendung „Sick and tired“ immer wieder mit kräftig Spucke hervorpresst, ist nur der finale Untergang des Songs im Noisechaos noch schöner. Dem gegenüber stehen melancholische Melodien wie die von "Speak In Answers", die Einflüsse von Emirzes akustischem Nebenprojekt Emirsian offenbaren, oder das sanft-verzerrt ins Ohr gespülte "Not Sure Enough". Angeblich hat die Band "Sick And Tired Of Being Sick And Tired" in sechs Proben geschrieben und einstudiert, in sechs Tagen aufgenommen und in sechs weiteren fertig produziert. Diese Unmittelbarkeit hört man der Platte an. Unfertig wirkt sie trotzdem nicht.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 8.8/12

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