Zur mobilen Seite wechseln
0 Autor: Matthias Möde

Cult Of Luna - Vertikal

Vertikal

Konzeptuelle Post-Metal-Dunkelheit aus Schweden. Das vom Science-Fiction-Klassiker "Metropolis" beeinflusste "Vertikal" vereint musikalische Hoffnungsschimmer, Kälte und elendiges Geschrei perfekt.

Ein neues Album aufzunehmen, bedeutet für Cult Of Luna, immer auch ein Konzept im Kopf zu haben. "Eternal Kingdom" drehte sich 2008 um Holger Nilsson, der Frau, Kinder und seinen Verstand verliert und schließlich eine Parallelwelt betritt, nach der das Album benannt ist. Das DVD-Hörbuch "Eviga Riket" spann diese Reise 2010 weiter. Mit "Vertikal" ist Nilssons Geschichte Geschichte. Das Album kommt mit seinen neun Tracks – ohne den Bonus-Track der Limited Edition ("The Flow Reversed") – auf eine Gesamtlänge von knapp 70 Minuten und soll mit seiner Klangästhetik "Metropolis" vertonen. Der kühle und undurchsichtige Industrial-Klang von Cult Of Lunas Post Metal trifft die Atmosphäre des Schwarzweiß-Stummfilms aus den 20er Jahren ziemlich gut. Das neunminütige "I: The Weapon" schreit ab der ersten Sekunde alles Elend in die unvermeidlich marschierende Kälte dieser Welt hinaus und lässt nur einmal, mit einem Synthie-Zwischenstück nach etwa sechs Minuten, eine Art Hoffnungsschimmer erkennen. Wirklich episch wird es aber erst mit dem fast 20-minütigen "Vicarious Redemption", das mit seiner schleichenden Schwermut an Bohren & Der Club Of Gore plus Industrial-Beat erinnert. "In Awe Of" ist mit der Hälfte der Spielzeit und seinen geradlinigen Riffs noch am nächsten an einem sogenannten (Post-Metal-)Song. In "Mute Departure" und "Passing Through" singen Cult Of Luna nahezu unverzerrt, ihrer genialen Prog-Verkopftheit bleiben sie trotzdem stets treu. Das ist gut, denn sie spielt sich in den dunkelsten Ecken unserer Vorstellungskraft ab.

Bewertung: 10/12
Leserbewertung: 10.9/12

Bitte einloggen, wenn du diese Platte bewerten möchtest.

Bitte einloggen, wenn du diese Platte kommentieren möchtest.