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0 Autor: Britta Helm

No Doubt - Push And Shove

Push And  Shove
  • VÖ: 21.09.2012
  • Label: Interscope/Universal
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 236

So geht das. Statt mit schlimmen Effekten und leeren Ideen auf alte Zeiten aufzubauen, setzen No Doubt 2012 auf echte Modernisierung – die trotzdem nicht jedem gefallen muss.

Wer um die Jahrtausendwende herum am alternativen Radio klebte, hatte zuletzt mit so einigen Zombies zu kämpfen. Von Skunk Anansie über Garbage bis zu Muse kommt gerade alles (mit oder ohne Pause) merkwürdig entstellt zurück: hier eine Ladung überproduzierter Effekthascherei, da luftleerer Größenwahn, und meist ist das alles weder so gut wie damals noch gut genug für heute. Ausgerechnet No Doubt machen es nun besser. Dabei stellt sich nur die Frage, was Bassist, Gitarrist und Schlagzeuger überhaupt machen, denn die meiste Arbeit dürften Produzent Mark Stent und Keyboarder Anthony Gorry gehabt haben. "Push And Shove" ist voller pulsierender Beats und geschichteter Synthies, eine Band lässt sich darunter beim besten Willen nicht erkennen. Aber vielleicht funktioniert eine echte Neuerfindung auch nur so. No Doubt klingen 2012 jedenfalls überraschend zeitgemäß, die Produktion ist sauber, aber nicht übertrieben vollgestopft, die Songs sind groß genug für die Charts, müssen sich dafür aber nicht künstlich aufblasen. Gegen Gwen Stefani kommt sowieso kein Sternchen an. Mit wunderbar trotziger, triefender, alles überragender Stimme und nacktem Bauch steht sie mitten im Pop, schenkt dem alten Ska immer wieder ein tiefes Zwinkern und lässt im Titelstück ihre Gäste Major Lazer fast noch hipper als gewohnt aussehen. Das ist nicht nur unpeinlich, das kann man wirklich gerne hören. Es muss einem nur vorher klar sein, dass es mit Rock so gar nichts mehr zu tun hat.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.0/12

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