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0 Autor: Flo Hayler

Bad Brains - Into The Future

Into The Future

Off! haben vorgemacht, wie man Oldschool-Punk und -Hardcore richtig buchstabiert. Auch die Bad Brains beherrschen dieses Alphabet. Sie haben es schließlich erfunden.

Die Bad Brains beginnen ihre Zukunft wie so oft mit einem Knicks vor der eigenen Vergangenheit, auch wenn es im Vergleich zu den vorigen Alben zunächst noch ein bisschen mehr zieht in den Gelenken. "Into The Future", das neunte Album der 1977 in Washington/D.C. gegründeten Hardcore-Legende, ist in seinem Wesen nicht mehr ganz so ungestüm und wild wie das 1982 veröffentlichte Debüt, stilistisch dafür aber mindestens genauso freigeistig und tolerant wie der 1986er Meilenstein "I Against I". Lediglich Sänger H.R. scheint im Lauf der Jahrzehnte sein Zen gefunden und damit seine einst mit jeder Zeile ins Orbit gespuckte Wut verloren zu haben, wogegen im Grunde nichts einzuwenden ist – wäre da nicht seine mittlerweile hypnotisch-beschwichtigende Stimme, die engelsgleich über den pfeilschnell, hart, laut und präzise eingespielten Arrangements seiner Gründungskollegen Dr. Know, Darryl Jenifer und Earl Hudson schweben würde. Der Energie des Albums kann aber auch ein besänftigter Hardcore-Löwe wie H.R. nichts anhaben, zu versiert und abwechslungsreich ist das in 13 Songs gegossene Hardcore-Handbuch für ein zufriedenes und sinnerfülltes Dasein, das H.R. einer verunsicherten Jugend mit Songs wie "Youth Of Today", "Popcorn" oder "Yes I" überreicht. Mit P.M.A. als Leitmotiv und Jah als religiösem Mentor und Begleiter wurde "Into The Future" zum genetischen Fingerabdruck von H.R.s friedvoller und lebensbejahender DNA, gewürzt mit dem Aroma von Gras und anderen Gartenkräutern – die helfen schließlich auch bei Gelenkschmerzen.

Bewertung: 9/12
Leserbewertung: 9.0/12

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