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Witchcraft - Legend

Legend
  • VÖ: 21.09.2012
  • Label: Nuclear Blast/Warner
  • Erschienen in: VISIONS Nr. 235

Witchcraft sind die Paten einer neuen Retro-Rock-Welle aus Schweden, deren Ruf – das muss man mal sagen – besser ist als ihre Platten.

Diese Band macht ihren Job nicht erst seit gestern: Tatsächlich arbeiten sie sich schon seit zwölf Jahren an den Musikstilen der späten 60er und frühen 70er ab. Dabei haben sie Heavy Rock und Proto-Metal ebenso sehr verinnerlicht wie Folk und Psychedelic. Nur die Attribute Stoner und Doom, die man ihnen ständig aufschwatzt, weil sie einst beim davon geprägten Label Rise Above waren, wollen und wollten noch nie greifen. Stoned klingt die glasklar artikulierende Stimme von Sänger Magnus Pelander ohnehin nicht. Auf "Legend" – ein Plattentitel, den man dem Ruf nach auch auf die Band selbst beziehen kann – widmet sich Pelander nicht nur okkulten Themen, auch Politisches wird angerissen. Man muss nur mal die letzten drei Songtitel hintereinander stellen: "Democracy", "Dystopia" und "Dead End" – ein Hattrick des Untergangs? Na ja, vielleicht auch Überinterpretation. Aber bei Witchcraft neigt man im Allgemeinen ja dazu, ihnen mehr Bedeutung beizumessen, als nötig ist. In den letzten fünf Jahren, die es brauchte, bis "The Alchemist" einen Nachfolger bekam, haben die später gestarteten Graveyard die Band von links überholt. Zu recht, auch wenn Witchcraft mit "Legend" an Zug und Prägnanz gewinnen. Das wohl auch, weil die Platte trotz der bekannten folkig-akustischen Texturen von einer dicken Produktion bestimmt, vielleicht der dicksten, die ein Witchcraft-Album bisher hatte. Da passt eine astreine NWOBHM-Walze wie der Opener "Deconstruction" nur gut ins Bild. Schade, dass in der folgenden Dreiviertelstunde nichts mehr in diese Richtung passiert.

Bewertung: 8/12
Leserbewertung: 7.0/12

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